Zurück an der Spitze: Klopp will Titelrennen "genießen"

Jürgen Klopp hört am Saisonende als Liverpooler Trainer auf (Paul ELLIS)
Jürgen Klopp hört am Saisonende als Liverpooler Trainer auf (Paul ELLIS)

Sein 300. Sieg als Trainer des FC Liverpool zauberte Jürgen Klopp "natürlich" ein Lächeln auf das Gesicht. "Ich bin echt happy, wie wir das hingekriegt haben, drei Punkte, weiter geht's", sagte der Teammanager am Sky-Mikrofon - da wusste er noch gar nicht, dass er nach der Länderspielpause sogar über mehr als "nur" das 2:1 gegen Brighton & Hove Albion jubeln durfte.

Auf seiner Abschiedstour hat der 56-Jährige mit den Reds wieder die Pole Position im engen Titelrennen der Premier League inne. Durch das torlose Remis im direkten Duell zwischen Manchester City und dem FC Arsenal übernahm der LFC neun Spieltage vor Saisonende die Tabellenspitze.

Nach dem hart erkämpften Erfolg gegen das von Roberto De Zerbi trainierte Brighton & Hove Albion hatte Klopp noch gescherzt. Welchen Ausgang er sich am liebsten für das anschließende Topspiel in Manchester wünschte? "Dass beide verlieren", entgegnete Klopp - und auch wenn das Ergebnis dies selbstredend nicht hergab, wurde sein Wunsch durch das Unentschieden in gewisser Weise erfüllt.

Der bisherige Spitzenreiter Arsenal konnte City nicht distanzieren, Triplesieger City keinen Druck auf Liverpool ausüben. Mit 67 Punkten liegt Liverpool nun zwei Zähler vor Arsenal (65), Champions-League-Sieger City folgt als Dritter (64). Zu direkten Duellen der drei Rivalen kommt es im weiteren Verlauf der Premier-League-Saison nicht mehr, City-Teammanager Pep Guardiola überreichte Liverpool demonstrativ die Favoritenrolle: "Wer vorne liegt, ist immer Favorit."

Kai Havertz wollte nicht spekulieren. "Ich glaube, da jetzt irgendwie in die Zukunft zu schauen, ist zu früh. Wir haben noch neun Spiele. Es kann so viel passieren", sagte der Nationalspieler vom FC Arsenal. Die drei Teams würden "fast keine Punkte liegen lassen. Und ja, wir müssen uns auf uns konzentrieren, versuchen, unsere Spiele zu gewinnen, Punkte zu holen und dann schauen wir am Ende, was passiert."

Selbiges dürfte für Klopp gelten, den, angesprochen auf seinen Jubiläumssieg als LFC-Teammanager, vor allem seine verlorenen Partien interessierten. "Mir würden sofort etliche Spiele einfallen, die wir absolut nicht hätten verlieren müssen", sagte Klopp in Plauderlaune. Die 300 Siege "hätten wir also auch schon früher erreichen können".

Kommen noch ein paar Erfolge hinzu, könnte sich Klopp am Saisonende mit mehr als dem bereits geholten Titel im englischen Ligapokal verabschieden. In der Europa League ist Liverpool im Viertelfinale gegen Atalanta Bergamo favorisiert, in der Premier League sind seit Sonntag die Aussichten auf seine zweite Meisterschaft mit Liverpool nach 2020 in jedem Fall besser geworden.

"Wir werden sehen, wie es ausgehen wird", sagte Klopp: "Ich habe beschlossen, dass ich wirklich mein Bestes geben werde, um es zu genießen."