Krawalle in London: "Ich dachte, ich würde verbrennen"

Jugendliche Randalierer haben in London ein Bild der Verwüstung hinterlassen, zahlreiche Fotos und Videos dokumentieren das Ausmaß der Krawalle. Besonders ein Foto stach in der Berichterstattung heraus und war auf zahlreichen Titelseiten internationaler Zeitungen zu sehen: Es zeigt eine junge Frau, die aus dem Fenster ihres brennenden Hauses in London-Croydon springt, das Randalierer angezündet hatten. Sie überlebte. Britischen Medien berichtete sie nun von ihrer Rettung in letzter Sekunde.








Die 32-Jährige war aufgrund des Feuers in ihrer Wohnung gefangen - als einzige Rettung blieb ihr der Sprung aus dem Fenster. Doch die Frau hatte Glück: Ein Polizist konnte sie auffangen, sie blieb ohne Verletzungen.

Jetzt zeigte die 32-Jährige ihr Gesicht der Öffentlichkeit: Es handelt sich um die junge Polin Monika Konczyk. In britischen Medien berichtete sie nun von ihren traumatischen Erlebnissen: "Es wurde immer heißer in der Wohnung. Als ich durch die Tür flüchten wollte, wurde es dort einfach zu heiß - ich dachte, ich würde verbrennen."

Sie sei in Panik geraten und habe nicht mehr gewusst, was sie tun sollte, wie die Frau der Tageszeitung "Daily Mail" berichtet. Passanten auf der Straße hätten ihr zugeredet zu springen - allerdings sei ihr Englisch nicht so gut, so dass sie nicht sicher gewesen sei, was die Leute gesagt hätten. Laut der Zeitung ist die junge Frau erst im März nach London gekommen, "um ein besseres Leben" zu führen.  Ein Pole habe sie schließlich in ihrer Muttersprache zum Springen überreden können.

Fotografin Amy Weston war es, die die Szene mit ihrer Kamera festhielt. "Als ich zum Ort des Geschehens fuhr, konnte ich bereits das Feuer sehen. Sechs oder sieben Menschen schrien und weinten - es sah so aus, als handele es sich um die Bewohner der brennenden Häuser", so die Fotografin. Die Wohnungen befanden sich allesamt über kleinen Läden. Ein Mann in einem weißen Hemd habe geschrien, dass ein Mädchen am Fenster im Begriff zu springen sei. "Er rannte auf sie zu, aber Polizisten hielten ihn zurück und gingen stattdessen selbst zu ihr, um sie aufzufangen", wird Weston zitiert. Laut dem Bericht wurden Matratzen und Teppiche unter dem Fenster ausgebreitet. Schließlich sprang die Frau.

"Nach ihrem Sprung konnte ich nicht erkennen, ob ihr etwas passiert war.  Leute schrien, dass es noch mehr Menschen in dem Gebäude gebe", erklärte Weston. Schließlich musste die Fotografin jedoch vor Gasflaschen fliehen, die aus der Menge abgefeuert wurden.

Konczyk erholt sich bei ihrer Schwester
Laut der Zeitung hält sich Konczyk momentan bei ihrer Schwester auf, die ebenfalls in London lebt. "Wir sind geschockt, dass so etwas Schreckliches hier passieren kann. Wir dachten immer, das sei ein zivilisiertes Land“, wird die Schwester des Opfers von der Zeitung zitiert. Ihre Schwester sei durch den Vorfall traumatisiert.

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