Sri Lanka erlaubt Adoption von Elefantenkälbern aus Schutzeinrichtung

Sri Lankas Regierung hat die Adoption von Elefantenkälbern durch Privatleute erlaubt und damit die Kritik von Tierschützern auf sich gezogen

Sri Lankas Regierung hat die Adoption von Elefantenkälbern durch Privatleute erlaubt und damit die Kritik von Tierschützern auf sich gezogen. Regierungssprecher Rajitha Senaratne begründete die Entscheidung am Mittwoch damit, dass die für verwaiste Elefantenkinder eingerichtete Anlage Pinnawala überfüllt sei und dort mittlerweile außerdem Elefanten gezüchtet würden. Für die Adoption eines Elefantenkalbes seien strenge Bedingungen formuliert worden, versicherte der Regierungssprecher.

Die Tiere sollen für jeweils zehn Millionen Rupien (60.000 Euro) verkauft werden. Buddhistische Tempel in dem südasiatischen Inselstaat, die Elefanten in religiösen Zeremonien einsetzen, sollen die Dickhäuter jedoch kostenlos bekommen. Dennoch wurde die Befürchtung laut, dass durch den Verkauf der Jungtiere nicht mehr genügend Elefanten für die Tempel übrig bleiben.

Der Elefanten-Experte Jayantha Jayewardene warf der Regierung in Colombo vor, die Adoption der Elefanten aus finanziellen Interessen zuzulassen. Die Aufhebung des Adoptionsverbotes sei "völlig unverantwortlich", sagte Jayewardene der Nachrichtenagentur AFP. "Das ist ein trauriger Tag für den Tierschutz."

In Sri Lanka ist das Fangen wilder Elefanten verboten. Es gab aber bereits Fälle, in denen Elefantenkälber ihren Müttern weggenommen und auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden. Nach offiziellen Angaben leben in Sri Lanka etwa 200 domestizierte sowie 7500 wilde Elefanten. Vergangenes Jahr waren zum Schutz der als Nutztier gehaltenen Elefanten strengere Gesetze erlassen worden, die etwa den Einsatz junger Elefanten beim Holztransport oder anderen schweren Arbeiten verbieten.

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