Sri Lanka: Trunkenheit beim Elefantenreiten künftig verboten

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In Sri Lanka gehören Elefanten fest zum Straßenbild. Neue Gesetze sollen die Tiere nun besser schützen, darunter gibt es auch einige kuriose Neuerungen.

Geschmückte Elefanten bei der jährlichen "Dalada Perahera" Parade in Sri Lanka. (Bild: REUTERS/Anuruddha Lokuhapuarachchi AL/NL)
Geschmückte Elefanten bei der jährlichen "Dalada Perahera" Parade in Sri Lanka. (Bild: REUTERS/Anuruddha Lokuhapuarachchi AL/NL)

In der Inselnation leben noch etwa .7500 Elefanten in den weitläufigen Wäldern in Freiheit. In Gefangenschaft sollen es nach offiziellen Angaben etwa 200 Tiere sein. Tierschützer beklagen die Elefantenhaltung zu Arbeitszwecken und zur Touristenbespaßung schon lange. Nun hat der Staat neue Gesetze erlassen, durch die Elefanten in Gefangenschaft besser geschützt werden sollen. Dazu wird auch gehören, dass Elefantenbesitzer künftig einen biometrischen Ausweis für ihre Tiere erstellen lassen müssen. Viele reiche Sri Lanker halten sich Elefanten, um ihren Reichtum zu zeigen. Bei zahlreichen Festlichkeiten gehören die geschmückten Dickhäuter fest zum Prozedere. Auch buddhistische Mönche halten oft Elefanten.

Kein Alkohol mehr für Elefantenreiter

Ein wichtiger Punkt der neuen Gesetzgebung sieht vor, dass das betrunkene Reiten von Elefanten künftig verboten ist und bestraft wird. Die Tierrechtsaktivistin Sagarika Rajakarunanayake beklagte schon früher, wie häufig betrunkene Reiter auf Elefanten in Sri Lanka unterwegs seien. "Es ist bekannt, dass Mahouts oft Schnaps trinken," schrieb Rajakarunanayake in einer Zeitungskolumne. Viele Event-Veranstalter würden glauben, in betrunkenem Zustand lasse sich besser mit aggressiven Elefanten umgehen. "Ironischerweise ist es die Trunkenheit der Mahouts und deren Brutalität gegenüber den Elefanten, die meistens zu gewalttätigem Verhalten bei den Tieren sorgen," schrieb die Aktivistin in der Kolumne.

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Weitere neue Maßnahmen sehen vor, dass die Besitzer ihre Elefanten mindesten zweieinhalb Stunden pro Tag ins Wasser zum Baden lassen müssen und sie halbjährlich von Tierärzten kontrollieren lassen. Es ist künftig auch verboten, Elefantenbabys unter zwei von ihren Müttern zu trennen und für kommerzielle Zwecke großzuziehen. Obwohl auf das Einfangen von frei lebenden Elefanten in Sri Lanka bereits die Todesstrafe steht, verschwinden immer wieder Jungtiere aus den Nationalparks. Bisher war die Strafverfolgung dieser Verbrechen ehr nachlässig. 

Geregelte Arbeitszeiten

Bei Arbeitstieren gibt es jetzt auch strengere Vorschriften. Die Elefanten, die häufig in der Holzindustrie eingesetzt werden, dürfen nur noch maximal vier Stunden am Tag arbeiten, in der Nacht gar nicht mehr. Im Tourismus dürfen höchstens vier Menschen auf ihrem Rücken sitzen und der Sattel muss gut gepolstert sein. Über ein digitales Log-In System müssen die Tiere bei Nutzung registriert werden. Bei Filmaufnahmen gelten künftig strenge Regularien darüber, wann Elefanten eingesetzt werden dürfen. Vergehen gegen die neuen Gesetze werden mit bis zu drei Jahren Haft bestraft, dazu werden die entsprechenden Tiere vom Staat beschlagnahmt.

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