SSDs löscht man anders als Festplatten

Mehr ist nicht drin: SSD-Laufwerke mit geöffnetem (oben) und geschlossenem Gehäuse. Die Speicherchips von SSDs müssen anders gelöscht werden als die Magnetscheiben klassischer Festplatten.

Auf Ebay ist eine Behörden-SSD mit Zehntausenden Datensätzen von Bürgern verkauft worden. Warum? Offenbar wusste ein Dienstleister nicht, wie man SSDs richtig löscht. Das sollte Ihnen nicht passieren.

Bonn/Hannover (dpa/tmn) - Wer nicht länger benötigte SSDs oder Festplatten verkauft oder verschenkt, sollte sicherstellen, dass keine Daten mehr darauf sind. Das gilt auch, wenn ein Desktop-PC oder Notebook samt Laufwerk abgegeben wird.

Wichtig zu wissen: Löschverfahren für Laufwerke mit magnetischer Datenspeicherung, also klassische Festplatten, eignen sich nicht, um auch Laufwerke mit Speicherchips (SSDs) sicher zu löschen. Und: Ein einfaches Löschen von Daten innerhalb des Betriebssystems über den Papierkorb oder ein Formatieren des Laufwerks genügt in keinem Fall.

Bei Ebay war eine SSD mit Bürgerdaten aus der Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Coburg und dem Jugendamt des Landkreises Coburg als vermeintlich neuwertig verkauft worden. Wie das Fachmagazin «c't» (Ausgabe 1/20) herausgefunden hat, hatte ein mit dem Austausch der SSD beauftragter IT-Dienstleister die Daten nicht fachmännisch vom Laufwerk entfernt, der Behörde trotzdem eine Löschbescheinigung ausgestellt und die SSD dann auf dem Online-Marktplatz angeboten.

Doch wie löscht man Laufwerke richtig? Klassische Festplatten (HDDs) mit rotierenden Magnet-Speicherscheiben lassen sich mit speziellen Programmen wie etwa DBAN hinreichend sicher löschen, wenn man die HDD von der Software sieben Mal überschreiben lässt, erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Anders geht man bei SSDs und bei Laufwerken vor, die beide Speichertechnologien kombinieren (SSHD). Hier sollte der sogenannte Secure-Erase-Befehl ausgeführt werden, der eine auf der Festplatte hinterlegte Löschroutine anstößt, die auch defekte Speicherbereiche einschließt. Funktioniert das Anwenden von Secure Erase mit dem Verwaltungsprogramm des Festplattenherstellers nicht, empfiehlt das BSI als Alternative etwa das Programm Parted Magic.