Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe für Macrons Ex-Mitarbeiter Benalla

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Alexandre Benalla im Gericht (AFP/Thomas COEX)

Der Prozess gegen den ehemaligen Elysée-Mitarbeiter Alexandre Benalla soll am Freitag enden. Die Staatsanwaltschaft hatte am Vorabend 18 Monate Haft auf Bewährung für den Angeklagten gefordert. Benalla habe sich fälschlich als Polizist ausgegeben und illegal Gewalt angewendet, hieß es. Der Fall war bekannt geworden, als ein Video im Internet den damaligen Mitarbeiter des Präsidenten zeigte, wie er auf Demonstranten einprügelte.

Benalla habe "wie die Polizisten und teilweise an Stelle der Polizisten" gehandelt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Dabei sei sein Einsatz keineswegs notwendig gewesen. Die Verteidigung hatte während des Verfahrens argumentiert, dass Benalla sich lediglich als Bürger eingemischt habe, um eine Straftat zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft wirft Benalla außerdem vor, dass er nach seiner Entlassung zwei diplomatische Pässe für private Reisen nach Afrika, Marokko und auf die Bahamas genutzt habe. Und schließlich habe er auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Emmanuel Macron 2017 ohne Erlaubnis eine Waffe getragen. Benalla hatte erklärt, dass es sich um eine Wasserpistole gehandelt habe.

Zusätzlich zur Haftstrafe soll Benalla nach Forderung der Staatsanwaltschaft auch fünf Jahre von Posten im öffentlichen Dienst ausgeschlossen sein und zehn Jahre lang keine Waffe tragen dürfen.

Die Affäre hatte Macrons Präsidentschaft monatelang belastet, da der Elysée-Palast in den Verdacht geraten war, Benalla zu decken. Auslöser des Skandals war ein Video, das den damals 26-Jährigen mit Polizeihelm und Armbinde zeigte, wie er am 1. Mai 2018 auf zwei Demonstranten einschlug. Nach Erkenntnissen der Ermittler versuchte Benalla später, sich unter anderem mit Hilfe seiner Kontakte bei der Präfektur aus der Affäre zu ziehen.

In dem seit drei Wochen dauernden Prozess sind drei weitere Männer angeklagt: Ein Freund und Geschäftspartner Benallas und zwei Polizisten, die ihm unerlaubterweise die Bilder der Überwachungskamera gegeben haben sollen. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft ebenfalls Haftstrafen auf Bewährung.

kol/fwe

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