Staatsballett: Nacho Duato geht - "Ich fühle mich befreiter"

Intendant Nacho Duato verlässt das Berliner Staatsballett früher. Er ist enttäuscht über unehrliche Politiker. Ein Gespräch.

Nacho Duato probt sein Tanzstück "Erde", das am Freitag in der Komischen Oper Premiere hat. Die erste von Duato, nachdem bekannt geworden ist, dass er bereits ein Jahr früher, im Sommer 2018, seinen Intendantenposten an Johannes Öhman abgeben wird. Ein Jahr später stößt Sasha Waltz hinzu. Nach der Duato-Premiere hat die Choreografin ihr erstes Treffen mit den Tänzern, die sich bislang vehement gegen die neue Doppelspitze gewehrt haben. Duato zeigt sich im Gespräch enttäuscht über die Entwicklungen.

Was hat sich für Sie mit der Entscheidung verändert?

Nacho Duato: "Erde" ist meine letzte Kreation beim Staatsballett. Ich mag das Stück, und die Tänzer sind hervorragend. Aber es war mir schon immer egal, was die Leute über meine Stücke gesagt haben. Jetzt interessiert es mich noch weniger. Auf die Proben hat es keinen Einfluss. Vielleicht fühle ich mich befreiter.

War es Ihre Entscheidung, den Vertrag ein Jahr früher zu beenden, oder sind Sie dazu gedrängt worden?

Es war meine Entscheidung. Der ganze Vorgang ist vergleichbar mit einer Scheidung. Man sagt seinem Ehepartner ja auch nicht, wir wohnen jetzt noch drei Jahre zusammen und dann lassen wir uns scheiden. Das ist in einer Familie wie in einer Tanzcompagnie schwer auszuhalten. Ich fand es von den Politikern sehr unehrlich mir gegenüber, ihre Entscheidung für­ ­Sasha Waltz und Johannes Öhman derartig früh mitzuteilen. Ein Jahr vorher ist üblich, zwei Jahre vorher denkbar, aber drei Jahre vorher ist unanständig. Denn es ist eine s...

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