Stalker gesteht Bombenbau - "Wollte nur erschrecken"

Bild: AFPAuf sein Konto gehen laut Anklage zwei Mordversuche, die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags und der Tod eines jungen Mannes durch Stalking: Am Montag gestand ein 37-Jähriger vor dem Kieler Landgericht, einen Sprengstoffanschlag gegen seine Ex-Freundin vorbereitet zu haben. Er habe sie damit erschrecken und ihr einen Denkzettel verpassen wollen, auch weil sie ihn angezeigt habe, sagte der Mann am dritten Verhandlungstag. "Weil ich gemerkt habe, wie gefährlich das ist, hab ich aber wieder davon abgelassen." Die Ex-Freundin schilderte den Mann als bedrohlichen Peiniger.

      Der vorbestrafte Mann muss sich wegen zweifachen Mordversuchs, dem vorbereiteten Sprengstoffanschlag und Stalking mit Todesfolge verantworten. Er soll mit seinen Nachstellungen einen Freund seiner Ex-Freundin derart in Angst versetzt haben, dass der an einer Überdosis Beruhigungsmitteln starb. 

      Die elf Jahre jüngere Ex-Freundin schien bei ihrer Aussage, als stünde sie noch immer unter Schock. Blass und bleich schilderte die schmale Frau ihren früheren Freund als zunehmend eifersüchtig und unbeherrscht, gewalttätig und bedrohlich. Er schlug sie demnach immer wieder, "riss mir büschelweise Haare aus", fuhr ihr nach, hörte ihr Telefon ab, hackte Computer und ihre Zugänge zu sozialen Netzwerken. 

      Mehrfach floh die Studentin, die ihr Studium derzeit nicht mehr fortsetzt, zu Freundinnen, erwirkte Kontaktverbot, schaffte es dann nur mit ihren Eltern und Freunden aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Noch heute habe sie Alpträume und Angstzustände. 

      Die  detaillierte Anleitung zum Bombenbau holte sich der Angeklagte aus dem Internet, wie er vor Gericht sagte. Die Chemikalien kaufte er unter anderem in Apotheken und bei einem Düngemittellieferanten. Doch dann hörte er auf: "Das wurde mir schon beim Herstellen zu gefährlich." Auch Sprengstoffexperten sahen das so. Um das hochexplosive Material damals zu bergen, mussten Häuser im weiten Umkreis der Wohnung evakuiert werden.

dpa




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