Startups in Europa bekommen so viel Geld wie nie

Skyline von London

Junge und innovative Unternehmen in ganz Europa haben im vergangenen Jahr so viel Geld für ihre Entwicklung bekommen wie nie: Die Investitionen in Startups stiegen 2018 um elf Prozent auf 21,3 Milliarden Euro, wie die Beratungsgesellschaft EY am Dienstag mitteilte. Trotz Brexit floss das meiste Geld dabei in britische Startups - dann folgten deutsche und französische Jungunternehmen.

Im Städteranking lag wie schon im Vorjahr London vorn - und das mit großem Abstand. Startups in der britischen Hauptstadt sammelten laut EY 5,0 Milliarden Euro ein, drei Prozent mehr als 2017. Berlin droht demnach, seinen zweiten Platz zu verlieren: In Deutschlands Hauptstadt wurden 2,6 Milliarden Euro in junge Unternehmen investiert, in Paris waren es mit 2,5 Milliarden Euro nur etwas weniger. Die Investitionssumme in Berlin sank demnach um zwölf Prozent - in Paris nahm sie um 39 Prozent zu.

Die dynamische Entwicklung in Frankreich sei "besonders augenfällig", erklärte EY-Partner Peter Lennartz. Die französische Politik verfolge das klare Ziel, Frankreich zur Startup-Nation Nummer eins in Europa zu entwickeln. Zahlreiche sinnvolle Fördermaßnahmen für junge Gründer wie etwa die unkomplizierte Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen, günstige Kredite vom Staat, massive Steuererleichterungen für Gründer und Investoren oder der Aufbau des in Paris angesiedelten Startup-Campus zeigten, wie ernst Frankreich es meine.

"Wenn Deutschland nicht aufpasst und nicht noch mehr für Startups tut als bisher, werden unsere französischen Nachbarn uns bei der Finanzierung von Jungunternehmen bald überholt haben", warnte EY.

Die größte Finanzierung des Jahres erhielt laut Ranking der britische Luxus-Onlinehändler FarFetch - das Unternehmen sammelte bei seinem Börsengang 583 Millionen Euro ein. Auf Platz zwei und drei folgen deutsche Startups: die Gebrauchtwagenplattform Auto1 (460 Millionen Euro) und das Bekleidungs-Startup About You (246 Millionen Euro).