Statistisches Bundesamt: Kommunale Schulden betragen fast 3900 Euro pro Kopf

Die kommunalen Schulden bei Banken oder Versicherungen haben Ende vergangenen Jahres bei fast 3900 Euro pro Kopf gelegen. Insgesamt waren die Gemeinden und Gemeindeverbände mit fast 300 Milliarden Euro verschuldet, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch auf Grundlage einer Modellrechnung mit. Die Schulden seien im Jahr 2021 um 4,1 Prozent gestiegen.

Dieser Anstieg sei getrieben durch kommunale Beteiligungen an öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen. Die Schulden der Haushalte seien dagegen ganz leicht gesunken. Es geht um Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich, also bei Kreditinstituten oder privaten Unternehmen.

Die höchste kommunale Pro-Kopf-Verschuldung verzeichnete demnach das Saarland mit 6124 Euro, gefolgt von Hessen und Rheinland-Pfalz. Die niedrigsten kommunalen Schulden je Einwohnerin oder Einwohner hatte Brandenburg mit 2535 Euro, gefolgt von Sachsen und Bayern. Die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg waren in der Modellrechnung nicht enthalten.

Die integrierte Modellrechnung bezieht neben den unmittelbaren Schulden der Kommunen auch die Schulden der ausgegliederten kommunalen Beteiligungen ein, wie das Statistische Bundesamt erklärte. Der so errechnete Schuldenstand sei darum nicht direkt vergleichbar mit der nach EU-Vorgaben erstellten Schuldenstatistik.

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