Das steckt hinter dem WWE-Schocker um Daniel Bryan

Martin Hoffmann
Daniel Bryan nahm bei WWE SmackDown Live AJ Styles den Titel ab

Fünf Tage vor einer ihrer wichtigsten Großveranstaltungen des Jahres hat WWE die Karten noch einmal völlig neu gemischt.

Bei der letzten Ausgabe der TV-Show SmackDown Live vor den Survivor Series 2018 am Sonntag wurde Champion AJ Styles nach 371 Tagen Regentschaft mit einem unfairen Tieftritt entthront - und sein Bezwinger Daniel Bryan legte dabei auch gleich einen Heel-Turn, einen Gesinnungswandel zum Bösewicht hin.

Bei den Series wird nun Bryan anstelle von Styles im Duell der Champions gegen Brock Lesnar antreten, den Träger des Universal Title.

Was hinter dem recht plötzlichen Drehbuch-Twist steckt? Erste Hintergründe sind recht schnell durchgesickert.


Daniel Bryan schlug Heel-Turn selbst vor

Wie der Wrestling Observer berichtet, war es Bryan selbst, der Ligachef Vince McMahon den Heel-Turn vor einigen Wochen vorschlug.

Bryan, der erst im April 2018 bei WrestleMania 34 sein Comeback nach drei Jahren Zwangspause feierte, sei der Meinung gewesen, dass sein Charakter jetzt eine neue Richtung brauche.


Den Titelwechsel und die Änderung des Survivor-Series-Matches mit Lesnar hätte McMahon dann am vergangenen Wochenende beschlossen - und rückte von der Idee auch nicht ab, als am Dienstag klar wurde, dass auch der Damen-Hauptkampf der Show geändert werden musste. Becky Lynch muss den Kampf gegen RAW-Damenchampion Ronda Rousey verletzungsbedingt Charlotte Flair überlassen.

Die Entscheidung, zeitgleich auch den Turn durchzuziehen, sei dann ganz kurzfristig gefallen, nämlich erst am Dienstagnachmittag, wenige Stunden vor der Show.

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WWE lässt Bryan auf Brock Lesnar treffen - ein Risiko?

Mit dem Match gegen Lesnar erfüllt sich für Bryan ein lang gehegter Wunsch: Ein großes Match zwischen Bryan und dem "Beast Incarnate" war schon für den SummerSlam 2014 in Planung - stattdessen setzte WWE letztlich die legendär einseitige Demontage von Superstar John Cena durch Lesnar an. Bryan hatte die Veranstaltung wegen einer Nackenverletzung verpasst.

Bryan hat später festgehalten, dass ein Match gegen Lesnar das gewesen wäre, das er "wirklich gewollt" hätte: "Das war mein Ding." Damals hätte es jedoch auch Sorge gegeben, dass ein Match gegen Lesnar - der für seinen physischen Stil bekannt ist - ein Risiko für seine Gesundheit hätte werden können.

Mit Blick auf Bryans Kopf- und Nackenverletzungen, wegen der er drei Jahre nicht in den Ring steigen durfte, ist es das übrigens noch immer. Erst am Montag bei RAW landete Sunil Singh zweimal übel mit vollem Körpergewicht auf dem Nacken, als Lesnar ihm seine berühmten German Suplexes verpasste. Sollte auch Bryan das bei seiner Vorgeschichte passieren, wäre das recht beängstigend.


Für Verwunderung sorgte bei Fans und Experten auch, warum der Turn von Bryan vor dem Match gegen den 120-Kilo-Mann Lesnar passierte, der selbst ein Heel ist. Eigentlich hätte es sich zumindest für den Kampf noch angeboten, den rund 30 Kilo leichteren Bryan als beliebten Underdog zu inszenieren.