Steinbrück sieht reale Machtoption für Rot-Grün

Berlin (dapd). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sieht ein reale Machtoption für Rot-Grün nach der Bundestagswahl 2013. Derzeit liege die SPD in den Umfragen bei 28 bis 30 Prozent, er sei überzeugt, dass es im Wahlkampf gelingen könne, da noch "drei bis vier Punkte draufzulegen", sagte Steinbrück am Donnerstagabend in Berlin. "Wenn die Grünen ihr Niveau halten, dann haben wir eine Mehrheit." Die schwarz-gelbe Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe dagegen "keine Perspektive", ihre Arbeit fortsetzen zu können.

Der zuletzt vor allem wegen seiner Nebeneinkünfte als Parlamentarier unter Druck geratene Kanzlerkandidat kann zudem keinen schlechten Start seiner Kampagne erkennen, da der Wahlkampf für ihn noch gar nicht begonnen habe. "Wir sind jetzt nicht im Wahlkampfmodus", sagte Steinbrück. Dieser beginne "frühestens" nach dem Wahlprogrammparteitag der SPD "im April oder Mai". Niemand ertrage eine monatelangen "Beauty-Contest".

Über seine Honorare als Vortragsredner sagte Steinbrück: "Ich bleibe dabei, ich habe nichts Unrechtes getan. Er habe seine Einkünfte zudem "offengelegt wie kein Anderer". Zum Abgang des Unternehmers Roman Maria Koidl als sein Online-Berater sagte Steinbrück, dieser habe in der SPD-Zentrale keinen Vertrag gehabt, aber "umfangreiche Vorschläge gemacht, die zu einer revolutionären Umstellung im Willy-Brandt-Haus geführt hätten". Das berufliche Vorleben Koidls als Hedgefonds-Berater sei für ihn "nicht ausschlaggebend" gewesen.

"Berührende Solidarität" der Genossen

Steinbrück bedankte sich für die "bemerkenswerte" und "berührende" Solidarität, die er derzeit von der SPD erfahre, obwohl er mit der Partei früher "provozierend umgegangen" sei. Zugleich stellte er klar, dass er seine Kanzlerkandidatur trotz aller Vorwürfe aufrecht erhalten werde. Er könne doch nicht sagen: "Wenn es so ist Herr Förster, lege ich das Reh wieder auf die Lichtung zurück", scherzte der Kandidat.

Mit den Worten: "Sie werden mich in den nächsten elf Monaten nicht anders erleben, als ich bin", lehnte Steinbrück eine "politische Geschlechtsumwandlung" ab. Er wolle sich "treu bleiben, ohne borniert zu sein". Im Wahlkampf werde er um diejenigen werben, die "es in der Politik etwas anders machen wollen". Zwar gebe es derzeit möglicherweise keine Wechselstimmung gegen die Kanzlerin. Viele Bürger fragten sich aber, "ob etwas in der Unwucht ist in dieser Gesellschaft". Unter anderem kündigte Steinbrück eine Initiative gegen die steigenden Mieten an.

dapd

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