Steinbrücks Gehalt-Äußerung sorgt für Unmut bei Grünen

Beck: Kanzlerkandidat soll wieder auf Angriff schalten

Die Äußerungen des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zum Einkommen des deutschen Regierungschefs sorgen bei den Grünen zunehmend für Unmut. Der Eindruck, es werde zuallererst eine Erhöhung des Kanzlergehaltes gefordert, sei "etwas unglücklich", sagte Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck dem "Handelsblatt Online". Allerdings sei der Hinweis richtig gewesen, dass in den Spitzenpositionen der Wirtschaft, selbst in Unternehmen der öffentlichen Hand, oft ein Vielfaches der Einkommen in Politik und Staat verdient werde.

Beck forderte Steinbrück auf, sich wieder auf die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner zu konzentrieren. "Steinbrück muss wieder auf Angriff gegen Schwarz-Gelb schalten und die soziale Schieflage der Politik der Regierung Merkel in den Mittelpunkt stellen", sagte der Grünen-Politiker. "Wir Grünen haben das mit Vermögensabgabe, höherem Spitzensteuersatz, Mindestlohn und handlungsfähigen Kommunen längst auf der Agenda."

Beck regte an, den Gehälter-Vorstoß Steinbrücks zum Anlass für eine Debatte über die Höhe von Bezügen in Unternehmen zu nehmen. "Die Diskrepanz der Einkommen zwischen denen, die Werte eines Unternehmens erwirtschaften, und denen die Unternehmen lenken, schreit nach neuen Regeln." Es müsse "wirklich gefragt werden, ob da noch alles im Lot ist".

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Steinbrück hatte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt: "Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig - gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung." Die Äußerung hatten auch Grünen-Chefin Claudia Roth sowie eine Reihe von SPD-Politikern kritisiert.




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