Steinmeier kritisiert Antisemitismus in Deutschland als "unerträglich"

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Orthodoxer Jude beim Neujahrsfest (AFP/EMMANUEL DUNAND)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die ungebrochene Verbreitung antisemitischer Vorurteile beklagt. "Ich wünschte sehr, ich könnte Ihnen sagen, der Anschlag von Halle hätte zu einer Wende geführt", schrieb Steinmeier am Mittwoch in einer Grußbotschaft zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Ha-Schana. "Aber die Realität ist: Jüdinnen und Juden in Deutschland werden weiterhin verhöhnt, herabgewürdigt, gewaltsam angegriffen."

Dies sei "unerträglich", und es sei "die Pflicht von Staat und Gesellschaft, diesem Hass entgegenzutreten", schrieb der Bundespräsident. "Jeder Mensch, der in diesem Land zu Hause ist, hat alles Recht der Welt, sich hier sicher, geschützt und aufgehoben zu fühlen."

Steinmeier beklagte, dass die Corona-Pandemie dem Antisemitismus Vorschub geleistet habe. "Schlimmste antisemitische Verschwörungsmythen haben neuen Aufwind erfahren", schrieb er. "Es schmerzt mich und macht mich zornig, dass antisemitischer Hass und judenfeindliche Hetze sich so offen zeigen - ausgerechnet in Deutschland."

Bei dem von Steinmeier erwähnten Anschlag von Halle hatte ein Rechtsextremist im Oktober 2019 versucht, bewaffnet in die Synagoge der Stadt einzudringen. Als er damit scheiterte, erschoss er auf offener Straße laut Gericht eine zufällig vorbeilaufende Passantin und später einen jungen Mann in einem Dönerimbiss. Der Täter ist inzwischen wegen zweifachen Mordes und vielfachen Mordversuchs verurteilt.

pw/cax

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