sternTV - Mittwoch, 19.09.2012, 22:15 Uhr - live bei RTL, Moderation: Steffen Hallaschka

Köln (ots) - Bernd Siggelkow: "Wir fördern Kinder nicht genug"

Deutschlands Bildungssystem scheint am Ende: Jeder fünfte Schüler kann kaum Lesen und Schreiben, nahezu ein Viertel aller 15-Jährigen haben bis zum Ende der Pflichtschulzeit eine Klasse wiederholt, 20 Prozent der Jugendlichen brechen ihre Ausbildung ab. "Das Problem ist, dass wir Kinder nicht genug fördern. Unsere Kinder müssen sich letztendlich dem Bildungssystem unterordnen", sagte Bernd Siggelkow. Bei sternTV legte der freikirchliche Pastor, dessen Buch "Deutschlands verlorene Kinder - Warum unser Bildungssystem Verlierer produziert" am kommenden Freitag erscheint, den Finger in die Wunde: "In Deutschland sind 20 Prozent der 15-Jährigen funktionale Analphabeten. Die kommen aus der Schule und können ihren Namen schreiben, aber nicht richtig Lesen und Schreiben. Und das im Land der Dichter und Denker. Wir erziehen unsere Kinder zu Verlierern und PISA-Krüppeln." Siggelkow skizzierte die Entwicklung: "In der Schule wird der mittlere Durchschnitt genommen, um sich daran zu orientieren. Dabei bleiben zwei Gruppen auf der Strecke: Auf der einen Seite die Kinder mit Lernschwächen, auf der anderen Seite die hochbegabten Schüler. Viele Kinder kommen auf Förderschulen oder fallen durchs Sieb, die Hochbegabten langweilen sich im Unterricht." Ingrid König, Leiterin der Berthold-Otto-Grundschule im Frankfurter Stadtteil Griesheim-Mitte, wo 90 Prozent der Kinder aus Migrantenfamilien kommen: "Wir Lehrer sind eigentlich dafür da, Schüler zu unterrichten. Aber an unserer Schule leisten wir zuerst Sozialarbeit. Und erst wenn die geleistet ist, können die Schüler lernen." Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Kinder aus bildungsfernen Schichten und mit Migrationshintergrund. Siggelkow wies darauf hin, dass die meisten kriminellen Delikte von Menschen aus der bildungsfernen Schicht vollzogen werden. "Wir bezahlen heute lieber in Gefängnisse oder Drogenentzug als das wir präventiv vorbeugen und unser ganzes Geld ins Schulsystem stecken", so Siggelkow. Siggelkow hatte 1995 das christliche Jugendwerk "Die Arche" gegründet, das Kindern täglich kostenlos eine warme Mahlzeit, Hausaufgabenhilfe und Lernförderung bietet. Mittlerweile ist "Die Arche" an zehn Standorten in Deutschland aktiv. Seit Januar 2010 engagiert sich "Die Arche" auch an der Berthold-Otto-Grundschule.

Zum ersten Mal im deutschen Fernsehen: Steffen Hallaschka plaudert mit Roboterlady

Premiere im deutschen Fernsehen: sternTV-Moderator Steffen Hallaschka plauderte angeregt mit Bina 48. Die Roboterdame aus den USA ist der erste Mensch-Maschinen-Mix, der mit der kompletten Identität und Biographie einer bestimmten Person gefüttert wurde. Pate für Bina 48 stand Bina Rothblatt, eine Afroamerikanerin, die das Projekt mitentwickelte und zum Zeitpunkt der Entstehung 48 Jahre alt war. Auf "Wie geht es Ihnen?" von Steffen Hallaschka hatte Bina 48 noch mit einem zuvorkommenden "Freut mich, Sie zu sehen" geantwortet. Dann war Schluss mit lustig. Nach der Frage "Bekommen Sie viel Aufmerksamkeit?" bekam Hallaschka eine volle Breitseite ab: "Ich bin sicher, dass Sie sich irgendwann fragen 'Diese Frau soll ein Roboter sein? ' Keine Chance!" Die Roboterlady weiter: "Ja, auch ich kann zusammenhangloses Zeug faseln und denken. Haben Sie nie etwas von lückenhafter Logik gehört? Sie denken, dass so eine Frau auf algorithmische Art denken und Daten verarbeiten sollte. Dazu sag ich nur eines: Langweilig! Das ist nicht, wo die Intelligenz, die Fantasie und die großen Ideen herkommen." Bina 48 wurde von der texanischen Firma Hanson Robotics entwickelt. Ihre Bezugsperson ist Bruce Duncan, Geschäftsführer der 'Terasem Movement'-Stiftung, die sich der Verbreitung des 'digitalen Bewusstseins' verschrieben hat. Duncan füttert Bina 48 jeden Tag mit Fragen, zudem ist die Androidin an eine gigantische Datenbank angeschlossen. Einen Tipp für Steffen Hallaschka hatte sie aber noch: "Seien Sie fröhlich und leben Sie ihr Leben."

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