Bei Steuer können außergewöhnliche Belastungen mehr als bislang abgesetzt werden

Geld sparen bei der Steuererklärung

Steuerzahler können außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten bei der Steuererklärung sehr viel weitergehender als bislang geltend machen. Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Grundsatzurteil des Bundesfinanzhofs (BFH) muss die einkommensabhängige Zumutbarkeitsgrenze des Steuerzahlers künftig stufenweise ermittelt werden. Bislang gingen Finanzämter davon aus, dass bei der Überschreitung der jeweiligen drei Einkommensstufen, der jeweils höhere Prozentsatz auf den Gesamtbetrag der Einkünfte anzurechnen sei. (Az. VI R 75/14)

Das Urteil bezieht sich im konkreten Fall zwar auf die Geltendmachung von Krankheitskosten. Der BFH betonte allerdings dessen "weitreichende Bedeutung", weil Steuerzahler "nun in der Regel früher und in größerem Umfang durch ihnen entstandene außergewöhnliche Belastungen steuerlich entlastet werden".

Im Ausgangsfall hatte der Kläger mit seiner Ehefrau in der gemeinsamen Einkommensteuererklärung Krankheitskosten von 4.148 Euro als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht. Da der Gesamtbetrag der Einkünfte der Eheleute über der Stufe 3 von 51.130 Euro lag, berechnete das Finanzamt die zumutbare Belastung unter Anwendung des höchstmöglichen Prozentsatzes von vier Prozent. Die Krankheitskosten der Eheleute wirkten sich deshalb nur noch mit 2.069 Euro steuermindernd aus. Mit dem Urteil erhöhen sich ihre absetzbaren Krankheitskosten nun um 664 Euro.

Der BFH legte für seine Neuberechnung eine "stufenweise" Ermittlung der zumutbaren Belastung zugrunde: Demnach galt im Streitfall eine Zumutbarkeitsgrenze von zwei Prozent in der ersten Stufe (bis 15.340 Euro), drei Prozent in der zweiten Stufe (51.130 Euro) und vier Prozent erst in Bezug auf den übersteigenden Teil der Einkünfte.

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