Stiftung Warentest: Das sind die besten Fahrradschlösser

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Mit Schloss und Riegel: Ein gutes Schloss ist ein Grundpfeiler für ein langes Zusammenleben von Mensch und seinem Fahrrad - es damit stets mit festen Gegenständen zu verschließen, ein anderer.
Mit Schloss und Riegel: Ein gutes Schloss ist ein Grundpfeiler für ein langes Zusammenleben von Mensch und seinem Fahrrad - es damit stets mit festen Gegenständen zu verschließen, ein anderer. (Bild: dpa)

In Deutschland wurden 2020 rund 260 000 Fahrräder geklaut. Wer sein Fahrrad liebt, der schließt es gut ab. Doch mit welchem Fahrradschloss schütze ich es am besten vor Diebstahl? Wir erklären, was ein gutes Schloss ausmacht und welche Modelle die “Stiftung Warentest” empfiehlt.

Schlösser sollen vor allem vor Diebstahl schützen - und keine Schadstoffe enthalten. Doch welches Schloss schützt zuverlässig vor Diebstahl und ist gesundheitlich unbedenklich?

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Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift 20 Schlösser unter die Lupe genommen, darunter Bügel-, Falt- und Kettenschlösser, fest installierte Rahmenschlösser mit Zusatzkette sowie Schlösser mit Textilmantel. 

Fazit: Die Hälfte davon ist gut – von jedem der fünf Typen mindestens eins. 

Bedenklich: Fünf Schlösser waren so stark mit Stoffen belastet, die der Fruchtbarkeit schaden können oder die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen, dass sie die Prüfung nicht bestanden - darunter ausgerechnet zwei der am schwersten zu knackenden Kandidaten, die Bügelschlösser New York Lock Fahgettaboudit Mini von Kryptonite und Newton Pro von Axa. Sie hätten ohne die Schadstoffe laut den Testern das Zeug zu Testsiegern gehabt.

Das Faltschloss Kryptonite Kryptolok 685 teilt sich den Spitzenplatz mit drei Kettenschlössern: dem ebenfalls von Kryptonite angebotenen New York Chain 1210, dem Axa Newton Promoto+ 4 und dem Decathlon B‘Twin 900 Chain L, das mit 30 Euro auch Preis-Leistungs-Sieger ist - es ist bei Decathlon jedoch leider aktuell nicht auf Lager.

Die Testsieger im Detail

Faltschloss: Kryptonite Kryptolok 685

Handlich: Faltschlösser lassen sich aus- und einklappen wie Zollstöcke. Beim Anschließen des Fahrrads sind sie flexibel, beim Transport in den mitgelieferten Taschen brauchen sie wenig Platz. Das beste Faltschloss ist dieses Modell:

Kettenschloss: Kryptonite New York Chain 1210

Dank massiver Metallglieder sind Kettenschlösser wie das Decathlon B‘Twin (derzeit nicht auf Lager) schwer zu knacken und vielseitig anzuschließen: Im Test bieten alle eine gute oder sehr gute Aufbruchsicherheit, den ersten Platz teilt sich das Modell von Decathlon mit folgenden beiden Modellen:

Kettenschloss: Axa Newton Promoto+ 4

Preis für die Sicherheit ist oft ein hohes Gewicht: Das B‘Twin ist mit 1,7 Kilo noch leicht, fast 4 Kilo wiegt das Kryptonite New York Chain. Transportieren lassen sich die Schlösser im Rucksack oder Fahrradkorb: Halterungen sind die Ausnahme.

Bügelschloss: Abus Granit Plus 640

Mit ihren massiven Metallbügeln trotzen die Bügelschlösser den meisten Aufbruchattacken. Das beste seiner Art im Test ist das Abus Granit Plus 640. Durch die massive Bauweise und starren Elemente sind Bügelschlösser jedoch auf der anderen Seite nicht sehr anpassungsfähig. Weil die geprüften Schlösser zudem recht klein sind, kann es mit ihnen mühsam sein, das Rad sicher anzuschließen.

Knackpunkt: Schadstoffe!

In fünf Fahrradschlössern fanden die Tester zu große Mengen an Phthalat-Weichmachern oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK).

Grafik: Stiftung Warentest
Grafik: Stiftung Warentest

Das sagen die Anbieter

Stiftung Warentest hat die betroffenen Anbieter um Stellungnahme gebeten. Demnach zweifeln manche die Ergebnisse an, andere kontaktierten ihre Lieferanten. Einen Austausch bietet nur Hiplok an.

Burg-Wächter: Im Verschluss des Schlosskörpers fanden die Tester den PAK Naphthalin, der im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Der Anbieter teilte mit, er habe eigene Prüfungen vorgenommen, und spricht von „einzelnen Ausreißern“. Einen Austausch bietet er nicht an, es bestehe kein Anlass zur Sorge. Inzwischen habe man die Produktionsvorgaben verschärft.

Tex-Lock: Der Kunststoff am Ende des Textils enthält vier PAK oberhalb der Grenze des GS- Zeichens. PAK können über die Haut aufgenommen werden und teils Krebs erzeugen. Das Unternehmen pocht darauf, EU-Vorgaben einzuhalten. Man habe den Lieferanten kontaktiert, sehe aber „keine Veranlassung“ für einen Umtausch. Weitere Informationen biete der Kundenservice unter der E-Mail-Adresse support@tex-lock.com.

Axa: Die Ummantelung des Bügels enthält mehr Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP) als der seit Juli 2020 geltende EU-Grenzwert erlaubt. Einige Phthalate wie DEHP stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu schädigen. Sie können aus dem Material entweichen. Man arbeite daran, die Messergebnisse der Stiftung Warentest zu „validieren“, teilte Axa mit. Die Fragen der Tester, was er besorgten Kunden rate oder ob ein Umtausch möglich sei, beantwortete der Anbieter nicht.

Hiplok: In der Ummantelung der Kette fanden die Tester den Weichmacher DEHP oberhalb des EU-Grenz- werts. Das Schloss kann Nutzern lange nahekommen: Der Anbieter wirbt damit, dass man es sich zum Transport um die Hüfte schnallen kann. Aus Vorsorgegründen bewertet die Stiftung Warentest Schadstofffunde daher streng. Der Anbieter kündigte eigene Prüfungen an. Die Fundstelle auf der Innenseite der Ummantelung schließe aber direkten Hautkontakt aus. Dennoch werde man allen Besitzern eine kostenlose Ersatzhülle anbieten.

Kryptonite: Auch in dem Fahrradschloss, das im Test die beste Aufbruchsicherheit bot, fanden die Prüfer Schadstoffe: Teile der Kunststoff-Ummantelung des Schlosskörpers enthielten den Weichmacher DEHP oberhalb des geltenden EU-Grenzwerts. Man habe das Schloss untersuchen lassen, die Messergebnisse dabei aber nicht wiederholen können. Besorgte Kunden können sich über die Website kryptonitelock.com an den Kundendienst wenden.

Allgemeine Tipps zur Sicherheit des Fahrrads:

  • Schließe deinn Rad möglichst an einen fest verankerten Gegenstand an, wie etwa ein Schild, eine Laterne oder einen Fahrradbügel.

  • Nutzen am besten zwei Schlösser: Eines, um den Rahmen anzuketten, und eines, um das Vorderrad am Rahmen zu sichern. Dabei solltest du am besten zwei verschiedene Schlossarten wie Falt- und Bügelschloss verwenden, weil Diebe oft nur auf eine Bauart spezialisiert sind.

  • Befestige die Kette möglichst weit oben - so haben Diebe weniger Deckung und können einen Bolzenschneider nicht am Boden abstützen.

  • Grundsätzlich reicht zur Absicherung eines Fahrrades eine gute Hausratversicherung. Darin muss aber eine Komponente gegen Fahrraddiebstahl enthalten sein. Besonders für teure Räder ist eine Zusatzversicherung sinnvoll. Günstig ist die Police aber in aller Regel nicht. Laut Stiftung Warentest kostet eine Fahrradpolice für ein Rad im Wert von beispielsweise 1.500 Euro mehr als 200 Euro im Jahr. Außerdem fordern Versicherer häufig die Benutzung eines bestimmten Fahrradschlosses. Hier muss man also genau auf das Kleingedruckte achten.

Video: Ein Rad aus einem Baumstamm - wie bei Familie Feuerstein!