"Stolz wie Oskar" nach der Botox-Behandlung: Von Schönheit und Selbstoptimierung

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Seit 17 Jahren lässt sich die 46-jährige Nicole bei Schönheitsärztin Dr. Leila Frohn behandeln. (Bild: ZDF / diwa film)
Seit 17 Jahren lässt sich die 46-jährige Nicole bei Schönheitsärztin Dr. Leila Frohn behandeln. (Bild: ZDF / diwa film)

Der Hype um die perfekte Schönheit ist ungebrochen. Er nimmt sogar weiter zu. Immer Menschen lassen Nachhelfen mit Botox und Co. Eine "37°"-Reportage geht dem Phänomen nun auf den Grund.

Wer ist denn nun die Schönste im ganzen Land? Für viele, sehr viele Deutsche lässt sich diese Frage nur schwer beantworten. Die meisten jedenfalls fühlen sich nicht unter diesen vermeintlich Schönsten, wie sie oftmals im Fernsehen, in der Werbung oder in den sozialen Medien präsentiert werden. Aktuelle Studien belegen diese Orientierung an Stereotypen: Nur zehn Prozent der Bundesbürger seien mit ihrem Äußeren zufrieden, heißt es in Umfragen. Und das gilt gleichermaßen für Ältere wie Jüngere, Frauen und zunehmend auch Männer.

Deutschland ist heute eines der Länder mit den meisten Schönheitseingriffen - Tendenz steigend. Die Nachfrage nach Botox & Co. erscheint nicht nur ungebrochen. Unter dem Deckmantel einer erhofften Selbstoptimierung werde sie noch weiter zunehmen, glauben Experten. Viele von ihnen sitze n in München. Die bayerische Isar-Metropole ist voller attraktiver Influencer, und es ist die Stadt mit den prozentual meisten Schönheitsärzten. In zwei Beauty-Doc-Praxen konnte ein Reportage-Team sehr offen filmen. Im Rahmen von "37°" im Zweiten ist der Film von Daniel Harrich am heutigen, Dienstag, 1. Juni, 22.15 Uhr, zu sehen.

Die Kosmetikerin Nicole (links) strebt nach perfekter Schönheit. Auch ihrer Mutter Karin soll man mit über 70 die Spuren eines schweren Lebens im Gesicht nicht ansehen.  (Bild: ZDF / diwa film)
Die Kosmetikerin Nicole (links) strebt nach perfekter Schönheit. Auch ihrer Mutter Karin soll man mit über 70 die Spuren eines schweren Lebens im Gesicht nicht ansehen. (Bild: ZDF / diwa film)

Beispiele wie das der ehemaligen Chefsekretärin Yasmin zeigen, dass der Griff zu Botox durchaus das Selbstbewusstsein steigern kann. Für sie bedeutete er sogar das Ende einer langen Leidensgeschichte. Von Jugend an fühlte sie sich als hässliches Entlein. Zu klein, zu dick, hässlich. Erst mit Mitte 50 beschloss Yasmin, eine Psychotherapie gegen die Depressionen zu machen, und gönnte sich zur Belohnung die erste Botox-Behandlung. "Stolz wie Oskar" habe sie sich gefühlt.

Doch nicht nur Frauen mittleren Alters wie Yasmin bemühen sich mit der Spritze gegen aufkommende Falten. Auch die Jugend ist längst auf darauf gekommen. Besonders junge Frauen und Männer seien empfänglich für die Verlockungen gekaufter Perfektion, davon berichtet im Film Mailin. Alle ihre Freundinnen und Freunde hätten schon "etwas machen lassen", erzählt die Steuerberatergehilfin. Mailin ist erst 23 Jahre jung. Doch für ein makelloses Aussehen wird in der jungen Generation vieles in Kauf genommen. Darunter sind auch Schmerzen, Risiken und Kosten.

Der ehemalige Polizist Norbert steht zu seinen Besuchen bei Schönheitsärztin Dr. Leila Frohn. Mit Botox kämpft der 60-Jährige gegen die Erscheinungen des Alterns an. (Bild: ZDF / diwa film)
Der ehemalige Polizist Norbert steht zu seinen Besuchen bei Schönheitsärztin Dr. Leila Frohn. Mit Botox kämpft der 60-Jährige gegen die Erscheinungen des Alterns an. (Bild: ZDF / diwa film)
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