Straßenblockaden nach Wahl in Brasilien fast gänzlich verschwunden

In Brasilien sind die aus Protest gegen den Ausgang der Präsidentschaftswahl errichteten landesweiten Straßenblockaden fast gänzlich verschwunden. "Alle Bundesstraßen sind jetzt frei von Straßenblockaden", erklärte die Bundesverkehrspolizei PRF am Freitag. Lediglich fünf Teilsperrungen in zwei der 27 brasilianischen Bundesstaaten blieben demnach von den vormals hunderten Blockaden noch übrig. Auch die Demonstrationen von Anhängern des unterlegenen Präsidenten Jair Bolsonaro vor Militärstützpunkten verschwanden weitestgehend.

Die Polizei teilte mit, sie habe seit der Stichwahl am 30. Oktober insgesamt mehr als 960 Straßenblockaden aufgelöst. Nach dem knappen Sieg des linksgerichteten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva hatten Anhänger des amtierenden Präsidenten Bolsonaro Straßen blockiert und vor Militärbasen kampiert, um die Armee zum Eingreifen zugunsten ihres Kandidaten zu bewegen.

Die Zahl der Demonstranten vor Militärstützpunkten schrumpften in der Hauptstadt Brasilia auf 100 und in Sao Paulo auf etwa 300, berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. In Rio de Janeiro waren sie demnach vollständig verschwunden.

Der unterlegene Bolsonaro hatte, nach zwei Tagen des Schweigens im Anschluss an die Wahl, seine Anhänger aufgefordert, die Straßen freizugeben. Allerdings hat der Präsident bisher weder ausdrücklich seine Niederlage eingestanden, noch Lula zum Wahlsieg gratuliert.

ma