Strafvollzug: Sicherheitslücken im Berliner Jugendgefängnis

Die Handyblocker in der Strafanstalt in Plötzensee funktionieren nicht. Die Nachrüstung kostet Berlin 200.000 Euro.

Die erst vor wenigen Jahren in der Jugendstrafanstalt (JSA) im Berliner Stadtteil Plötzensee installierte Anlage zur Unterdrückung von Handysignalen funktioniert nicht richtig. Das bestätigte die Justizverwaltung des Senates der Berliner Morgenpost. Bei der Unterdrückung der Mobilfunkstandards LTE und UMTS gebe es punktuelle "Abdeckungslücken". "An einigen Stellen" könnten die in einem Teilgebäude der JSA untergebrachten Untersuchungsgefangenen daher weiterhin Mobilfunksignale empfangen, bestätigte eine Sprecherin der Behörde.

Der Handyblocker in der JSA war im September 2012 eingeführt worden. Die Installation kostete 840.000 Euro, der laufende Betrieb schlägt jährlich mit knapp 5500 Euro zu Buche. Bei der Inbetriebnahme hatte der damals amtierende Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) gesagt, die Technik könne verhindern, "dass Gefangene per Mobilfunk Ausbrüche organisieren, Drogen beschaffen oder Zeugen einschüchtern können". Zudem hieß es, "dass das System problemlos an den jeweils neuesten Stand der Mobilfunktechnik angepasst werden kann".

Diese Prognose hat sich als falsch herausgestellt. Denn um auch den Mobilfunkstandard LTE zu unterdrücken, wurde die Anlage in dem Gefängnis am Friedrich-Olbricht-Damm zwar nachgerüstet. Laut Justizverwaltung zeigte sich dabei aber, dass die Netzbetreiber die Leistungen ihrer Sendestationen erhöht hatten. Sie lassen sich jetzt nicht vollständig unterdrücken. Die Beseitigung der Abdeckungslücken kostet laut Verwaltung rund 200.000 Euro.

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