DSK sucht außergerichtliche Einigung mit Zimmermädchen

Spekulation über Millionenzahlung des Ex-IWF-Chefs

Im US-Zivilverfahren um die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Dominique Strauss-Kahn halten die Anwälte des früheren Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine baldige außergerichtliche Einigung für möglich. "Ich hoffe, dass wir in wenigen Tagen eine Einigung unterzeichnet haben", sagte Anwalt William Taylor der Nachrichtenagentur AFP in New York. Strauss-Kahn bemüht sich derzeit um einen Vergleich mit dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo, das ihn wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung auf Schadenersatz verklagt hat.

Zuvor hatten mehrere US-Medien berichtet, dass Strauss-Kahn und Diallo eine grundsätzliche Einigung erzielt hätten. Ein Gerichtstermin zur Bestätigung des Deals könnte demnach bereits in der kommenden Woche anberaumt werden. Die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtet unter Berufung auf Vertraute Strauss-Kahns, dass dieser dem Zimmermädchen sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro) zahlen wolle.

Taylor nannte den Bericht von "Le Monde" im Gespräch mit AFP "dramatisch inkorrekt". Beide Seiten hätten noch keine "belastbare Einigung" erzielt, sagte er. Die Verhandlungen mit Diallos Anwälten seien weiter im Gange. Taylor erklärte, er sei "optimistisch, aber realistisch". So lange keine Übereinkunft unterzeichnet sei, gebe es auch keine außergerichtliche Einigung.

Strauss-Kahn war Mitte Mai 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen und wegen versuchter Vergewaltigung und erzwungenen Oralverkehrs angeklagt worden. Er weist die Vorwürfe zurück. Im Zuge der Affäre musste der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten aber von der IWF-Spitze weichen und seine Ambitionen auf das Präsidentenamt in Frankreich begraben. Ende August 2011 stellte die US-Justiz die Strafverfolgung wegen Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit ein. Die von der Hotelangestellten angestrengte Zivilklage gegen Strauss-Kahn blieb davon aber unberührt.