Streik gegen Rentenreform legt Pariser Metro lahm

In Frankreich hat ein Streik gegen die geplante Rentenreform große Teile des Pariser Metroverkehrs lahmgelegt. Zehn der 16 U-Bahn-Linien standen nach Angaben des Betreibers RATP komplett still und auch bei Bussen und bestimmten Vorortzügen kam es zu deutlichen Einschränkungen.

"Es ist sehr schwierig für mich, da ich in einem Vorort lebe. Wenn es keinen Zug gibt, der nach Paris fährt, bleibe ich zu Hause", so ein Mann. Eine andere Frau: "Ich habe meinen Teams gesagt, sie sollen von zu Hause aus arbeiten. Ich hatte keine andere Wahl. Ich weiß noch nicht, was ich machen werde."

Frankreichs Regierung will mit der großen und politisch heiklen Rentenreform die Zersplitterung in Einzelsysteme für bestimmte Berufsgruppen beenden. Für die Beschäftigten der Pariser Nahverkehrsbetriebe erwarten Gewerkschaften dadurch Einschnitte. Sie profitieren bei der Rente bislang von Sonderregeln und können beispielsweise früher in Rente gehen als andere Beschäftigte.

Jonathan Dusautoir von der RATP-Gewerkschaft Sud: "Wenn die Regierung uns keine Sicherheit geben kann bezüglich der Zukunft des öffentlichen Dienstes, unserer Arbeitsplätze und unserers Unternehmens werden wir weiter Bedenken haben. Wir werden wieder streiken, wenn nötig."

Die Rentenreform gilt als wichtigste Sozialreform in der noch bis 2022 dauernden Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron und soll von 2025 an eingeführt werden.