Streit um Kaliningrad: Litauen soll russische Waren doch passieren lassen

An einem Grenzübergang zwischen Belarus und dem EU-Mitglied Litauen stauen sich die LKWs. Der Grund: Das baltische Land hat scharfe Kontrollen eingeführt, um das fünfte Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Moskau umzusetzen.

Tagelange Wartezeiten

Seit Wochen blockiert es den Transport vieler russischer Waren durch Litauen in die Ostsee-Exklave Kaliningrad. "Ich habe zehn Tage lang an der Grenze gewartet", sagt ein russischer LKW-Fahrer. "Ich musste vier Tage lang warten. Sie durchsuchen unsere LKWs sehr gründlich", erklärt ein anderer Fahrer.

Zwischen Russland und seiner Exklave Kaliningrad gibt es keine direkte Landverbindung. Die meisten Waren können dehalb nur über die Transitländer Belarus und Litauen nach Kaliningrad gelangen.

Vadimas Dikcius von der litauischen Zollbehörde sagt: "Wir führen wegen des EU-Sanktionspakets gründliche Zollkontrollen durch und schauen, ob die transportierten Waren auf der Sanktionsliste stehen. Das gilt für Waren, die von Kaliningrad nach Russland gebracht werden und umgekehrt. Deshalb kommt es an den Grenzübergängen zu Verzögerungen."

Transit per Bahn künftig wieder erlaubt

Auf der Sanktionsliste stehen etwa Alkohol, Zement oder auch Holz. Moskau kritisiert den Transit-Stopp als "Provokation".

Die EU will den Konflikt jetzt entschärfen und die Sanktionsregeln lockern: Per Bahn dürfen auf der Sanktionsliste stehende russische Güter künftig wieder durch Li tauen nach Kaliningrad gebracht werden. Für LKW bleibt die Blockade aber bestehen.

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