Streit um Lärm: Konzerte im Theater „Volksbühne“ müssen um 22 Uhr enden

Viele Konzerte müssen vorverlegt werden oder Künstler ihr Programm ändern.

Die ehrwürdige Volksbühne am Rudolfplatz an der Aachener Straße: Als es noch Millowitsch-Theater hieß, spielten die Bläck Fööss dort das erste Konzert 1979. Seitdem haben insbesondere die Kölsch-Bands ihre Liebe für die 402 Plätze fassende Spielstätte entdeckt.

Doch jetzt ist ein Nachbarschaftsstreit zwischen den Anwohnern im Haus Nummer 7 und der Volksbühnen-Betreibergesellschaft eskaliert: Nach 22 Uhr darf kein Mucks mehr aus dem Theater schallen, bereits an diesem Wochenende muss das rigoros eingehalten werden.

Es droht eine Verfügung der Stadt

„Sonst könnte die Stadt eine Verfügung erwirken, dass gar keine Konzerte mehr gespielt werden dürfen“, so Volksbühnen-Geschäftsführer Birger Steinbrück. Von der plötzlichen Entwicklung sind jetzt vor allen Dingen die Künstler überrascht worden: „Uns wurde am Freitag mitgeteilt, dass wir auf keinen Fall bis 22.30 Uhr spielen dürfen“, sagt Sepp Ferner von den Cöllnern.

„Wir mussten unser Programm ganz schön umstricken.“ Ähnlich ergeht es den Domstürmern, die ausgerechnet am Samstagabend ihre Premiere in der Volksbühne feierten. „Wir haben die ganze Nacht daran gesessen und alles umgeschrieben“, ärgert sich Sänger Micky Nauber.

Plötzliche Eskalation am Wochenende

Doch warum ist der Streit jetzt so eskaliert? „Wir haben ein einjähriges Mediationsverfahren mit einem Nachbarn aus Haus Nummer 7 hinter uns“, erklärt Steinbrück. „Doch diese Woche wurde ich von der Stadt zur Anhörung geladen.“

An deren Ende steht eine so genannte „Schluss-Schluss-Vereinbarung“. Die besagt, dass „nach 22 Uhr noch nicht mal mehr applaudiert werden darf“, so der Geschäftsführer.

Und das müsse er strikt einhalten. Kontrolliert wird das unter anderem mit einem Dezibel-Gerät am Mischpult.

Bläck Fööss und weitere Bands sind betroffen

Theoretisch könnte bei künftigen Konzerten (betroffen sind Domstürmer, Paveier, Bläck Fööss und weitere) einfach eine halbe Stunde früher begonnen werden. „So einfach ist das nicht“, sagt Eberhard Bauer-Hofner, der viele Konzerte mit den Bands in der Volksbühne veranstaltet. „Viele Karten sind schon unter der Anfangszeit verkauft worden. Wir können da nicht einfach früher anfangen.“

Konzerte ab Juni seien aber bereits auf 19.30 Uhr oder 19 Uhr vorverlegt worden.

Dieser Artikel erschien zuerst im „Express“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen