Streit um Schockbilder: Wer ist der Mann auf der Zigarettenpackung?

Mittlerweile setzt man auf Zigarettenpackungen nicht mehr nur auf großflächige Warnungen – auch Schockbilder sind Pflicht (Bild: AP)

Rund 42 Motive umfasst die Schockbild-Kampagne auf deutschen Zigarettenschachteln – aber es ist vor allem ein spezifisches Thema, über das dieser Tage heiß diskutiert wird. Der Grund ist aber weniger der Schockgehalt als die darauf abgebildete Person.

Europaweit wird gerätselt, wer der Mann auf dem Schockfoto ist, das vor Schlaganfällen und Behinderungen als Folge des Rauchens warnt. Das Obskure: Mehrere Personen beanspruchten, der Abgebildete zu sein beziehungsweise mit ihm in einem Familienverhältnis zu stehen.

Im Juni 2016 behauptete die Wienerin Johanna Wegerer, dass das Foto ihren verstorbenen Ehemann Franz zeige. Das Foto sei ohne ihr Wissen verwendet worden. Ihr Anwalt, Dr. Dieter Böhmdörfer, erläuterte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Es handelt sich bei dem Abgebildeten um Franz Wegerer. Dies wird auch ein gerichtliches Beweisverfahren ergeben.“


Wenige Monate nach Wegerer behauptete Harald Molter, ein Frührentner aus dem Saarland, die auf der Packung abgebildete Person zu sein. Auch er schaltete einen Anwalt ein. Dieser stellte aber in Nachforschungen fest, dass es sich bei besagtem Foto definitiv nicht um seinen Klienten handelte.

Nun behaupten drei Rumänen, das Foto zeige ihren verstorbenen Vater und wurde ohne Zustimmung der Familie gemacht. „Die Familie ist empört und will vor Gericht einen Rekord-Schadenersatz erstreiten“ sagte der Anwalt der Männer, Adrian Cuculis, der Zeitung „Libertatea“.

Die EU-Kommission bestreitet die Vorwürfe, man habe Menschen gegen ihren Willen fotografiert. „Natürlich ist für die Fotos niemand heimlich fotografiert worden“, so der Sprecher der EU-Kommission in Deutschland, Reinhard Hönighaus. „Die Personen, die abgebildet sind, haben Einwilligungserklärungen unterschrieben.“

Auch dass die Personen authentisch sind und ihre Krankheitshistorie zum jeweiligen Bild passe, bestätigte der Kommissionssprecher.

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