Stuckrad-Barre schweigt vielsagend zur Causa Julian Reichelt

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Zum Staffelauftakt von "Chez Krömer" traf Gastgeber Kurt Krömer auf den Autor und Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre. (Bild: rbb / Daniel Porsdorf)
Zum Staffelauftakt von "Chez Krömer" traf Gastgeber Kurt Krömer auf den Autor und Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre. (Bild: rbb / Daniel Porsdorf)

"Darfst du jetzt nicht drüber sprechen, oder?" Kurt Krömer chargierte zwischen Medienanwalt und Investigativ-Reporter, um Benjamin von Stuckrad-Barre Insider-Wissen zur Affäre um Springer-Boss Mathias Döpfner und den geschassten "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt zu entlocken. Er scheiterte virtuos.

Kurt Krömer trifft Benjamin von Stuckrad-Barre. Eine ohne Frage spannende Gesprächskonstellation, die zum Staffelstart der RBB-Comedytalkshow "Chez Krömer" nun aber eine über den distinguierten Plausch hinausgehende Erwartungshaltung weckte. Schließlich war der Name Stuckrad-Barre unlängst in der "New York Times" zu lesen - und das nicht im Zuge einer Literaturkritik.

Der Bestsellerautor ("Panikherz"), Journalist und Moderator war als Empfänger einer SMS des Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner genannt worden. Deren kolportierter Inhalt betraf Wirken und Wirkung des Julian Reichelt, dem inzwischen Ex-Chefredakteur von "Bild". Von Stuckrad-Barre hätte man sich nun also spannende Innenansichten einer Medienaffäre versprechen können. Es kam anders. Allerdings wurde selten so virtuos um den sprichwörtlichen heißen Brei geredet.

Die Themen Sterben, Drogen, Alter, Depression frühstückte Gastgeber Krömer gleich zum Gesprächsauftakt ab - um dann mehr oder minder subtil Stuckrad-Barres mögliche Nähe zum in der Kritik stehenden Medienkonzern anzusprechen. Warum er denn vor circa 15 Jahren von der "taz" zu Springer gewechselt sei, zeigte sich Krömer irritiert. "Aus Imagegründen", erwiderte sein Gast. "Ich bin Schlachtenbummler, ich guck mir alles von innen an." Das sei "besser für den Meinungsbildungsprozess".

Benjamin von Stuckrad-Barre tat überrascht angesichts der Turbulenzen im Hause Springer. (Bild: rbb / Daniel Porsdorf)
Benjamin von Stuckrad-Barre tat überrascht angesichts der Turbulenzen im Hause Springer. (Bild: rbb / Daniel Porsdorf)

"Darfst du jetzt nicht drüber srpechen, oder?"

Krömer hakte nach: "Jetzt ist bei Springer gerade sehr viel los." Sein Gast tat überrascht: "Weiß gar nicht, ich les' gerade nicht viel Zeitung. Was ist da los?" Krömer vermutete: "Darfst du jetzt nicht drüber sprechen, oder? Wenn ich Anwalt wäre, würde ich sagen: 'Die juristische Lage im Falle Springer ist sehr, sehr vermint, sagen sie nichts, gar nichts!' Das ist der einzige Schutz, den du hast."

Stuckrad-Barre sagte dann tatsächlich wenig, wenn auch nicht nichts. Als vom Band die Titelmelodie der TV-Serie "Lindenstraße" eingespielt wurde, assoziierte der Schriftsteller: "Das ist doch die Rudi-Dutschke-Straße!?" Dazu muss man wissen, dass in Berlin das Axel-Springer-Hochhaus unweit der Kreuzung einer (echten) Lindenstraße mit jener Rudi-Dutschke-Straße steht.

Das Gespräch bog ab zum Thema "Eigenurin" und fand auf absonderliche Weise den Weg zu den Politskandalen im südlich angrenzenden Nachbarland. Benjamin von Stuckrad-Barre nutzte es zu einer letzten verklausulierten Anspielung: "Dass wegen einer SMS irgendwelche schmierigen Leute rausfliegen, gibt es nur in Österreich, glaub ich."

Der RBB zeigt "Chez Krömer" mit Benjamin von Stuckrad-Barre am Dienstag, 2. November, 22.30 Uhr. Bereits vorab ist die Folge in der ARD-Mediathek zu sehen.

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