Studenten müssen fürs Wohnen immer tiefer in die Tasche greifen

1 / 2
Studenten sind mit steigenden Mieten konfrontiert

Der klamme Geldbeutel von Studenten leidet in vielen Metropolen und Universitätsstädten einer Analyse zufolge unter immer höheren Mieten. Am tiefsten müssen Studenten in München in die Tasche greifen, wo im zweiten Halbjahr 2016 für eine typische Studentenwohnung monatlich 634 Euro warm fällig wurden, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Gutachten hervorgeht. Insbesondere in Berlin stiegen die Preise seit 2010 deutlich.

Eine typische Studentenwohnung ist etwa 30 Quadratmeter groß, verfügt über eine Einbauküche und liegt nah an der Uni. Solche Wohnungen mit bezahlbaren Mieten zu finden, wird für Studenten aber immer schwieriger, wie aus dem Studentenwohnpreisindex hervorgeht, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und der Deutsche Real Estate Funds in Kooperation mit dem Internetportal ImmobilienScout24 erstellt haben.

Dafür wurden die Mieten im zweiten Halbjahr 2016 für Studentenwohnungen in 15 ausgewählten Städten unter die Lupe genommen. Zudem errechneten die Experten, wie stark die Mieten seit dem Jahr 2010 gestiegen sind.

Am stärksten zogen die Preise für Studentenwohnungen der Analyse zufolge in Berlin an. Im zweiten Halbjahr 2016 waren die Mieten in der Hauptstadt demnach 57 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2010. Dort wurden allerdings "nur" 416 Euro an Monatsmiete fällig, während es in München 634 Euro waren - ein Plus von 43 Prozent verglichen mit 2010.

Am günstigsten kamen demnach Studenten in Leipzig weg. Sie mussten laut Auswertung im Schnitt 322 Euro für die Warmmiete ausgeben. Dies war aber ebenfalls ein Anstieg von 21 Prozent im Vergleich zu 2010.

Der Studie zufolge fehlt es in den Städten vor allem an Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen. Über alle Städte hinweg sei nur rund ein Drittel der benötigten Wohnungen in dieser Größe gebaut worden. Solche Wohnungen werden oft als Wohngemeinschaften genutzt. Ein-Raum-Wohnungen, sogenannte Mikroappartements, wurden hingegen "teilweise schon über den Bedarf gebaut", wie es hieß.

Die Autoren der Untersuchung rechnen vielerorts mit weiter steigenden Preisen für Studentenwohnungen. Nur durch eine "starke Ausweisung von mehr Bauland" werde sich die Lage entspannen. Da dies aber "politisch schwierig und zeitaufwändig" sei und die Nachfrage weiter steige, drehe sich auch die Preisschraube weiter.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen