Studie: CO2-Ausstoß in Deutschland 2015 leicht gestiegen

Deutsche Klimaziele sind offenbar schwer zu erreichen

Ein Anstieg der CO2-Emissionen in Deutschland lässt einer Studie zufolge Zweifel an der Erreichbarkeit der Klimaziele der Bundesregierung bis 2020 aufkommen. Der Ausstoß des besonders klimaschädlichen Gases Kohlenstoffdioxid sei 2015 gegenüber dem Vorjahr um zehn Millionen Tonnen beziehungsweise 1,1 Prozent angestiegen, heißt es in der Analyse des Berliner Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. Der CO2-Gesamtausstoß Deutschlands betrug demnach 912 Millionen Tonnen.

Hauptgründe für den Anstieg waren laut der im Auftrag der Grünen erstellten Studie, über die am Freitag zunächst die "Berliner Zeitung" berichtet hatte, ein witterungsbedingt erhöhter Energiebedarf. Dazu komme der gestiegene Einsatz von Braunkohle im Kraftwerkssektor und von Mineralölprodukten wie Diesel und Heizöl.

Die Klimaziele der Bundesregierung sehen vor, den CO2-Ausstoß bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Damals wurden in Deutschland 1.248 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalent emittiert, Ziel sind maximal 750 Millionen Tonnen.

Bärbel Höhn, Umweltexpertin der Grünen, sagte dazu in Berlin, der in der Studie geschätzte CO2-Anstieg sei "eine harte Klatsche" für die Bundesregierung. Diese habe beim UN-Klimagipfel vergangenen Dezember in Paris noch "scheinheilig" für geringere Emissionen anderer Länder gekämpft, stehe nun aber wegen dem Scheitern selbst gesteckter Ziele vor einem "Offenbarungseid". Die Ziele für 2020 würden "immer unerreichbarer".

Höhn zufolge haben sich die CO2-Emissionen in Deutschland seit 2008 auf einem "Plateau" gehalten. Es seien aktuell "keine größeren Maßnahmen absehbar", die den Ausstoß maßgeblich weiter verringern könnten. Sie forderte eine "Trendwende" vor allem in den Bereichen Verkehr und Wärme und einen Abbau von "Überkapazitäten" bei Kohlekraftwerken. Dem FÖS zufolge besteht auch in den Bereichen Landwirtschaft und Energieverbrauch allgemein großer Handlungsbedarf.

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