Studie: Entwaldung in Indonesien lässt Temperatur deutlich steigen

·Lesedauer: 1 Min.
Abholzung in Indonesien (AFP/ROMEO GACAD)

Eine neue Studie hat die dramatischen Auswirkungen von Entwaldung und Klimawandel in einem Teil Indonesiens vor Augen geführt. Der Verlust von etwa 17 Prozent der Waldfläche in einem Gebiet der Insel Borneo sowie der Klimawandel hätten innerhalb von 16 Jahren zu einer Erwärmung der Region von fast einem Grad geführt, heißt es in der am Mittwoch in der Fachzeitschrift "Lancet Planetary Health" veröffentlichten Studie.

Infolge des Anstiegs der Tageshöchsttemperatur um 0,95 Grad im Bezirk Berau sei die Sterblichkeitsrate um acht Prozent gestiegen, erklärten die Experten. Die Zeit, in der die Arbeiter der Region unter guten Bedingungen im Freien tätig sein konnten, sank um 20 Minuten pro Tag.

Ein solcher Temperaturanstieg sei erstaunlich, sagte Hauptautor Nicholas Wolff von der Organisation "Nature Conservancy". Denn insgesamt habe sich der Planet seit der vorindustriellen Zeit innerhalb von rund 150 Jahren um etwa ein Grad erwärmt. "Die durch die Abholzung und den Klimawandel verursachte Hitze tötet die Arbeiter in den Tropenwaldländern und verringert die Möglichkeit, sicher zu arbeiten."

Mehr als hundert Staaten hatten vergangene Woche auf der Weltklimakonferenz (COP26) in Glasgow ein Abkommen zum Entwaldungsstopp bis 2030 unterzeichnet. Indonesien, das zu den Unterzeichnern zählt, hatte die Einigung nur wenige Tage später jedoch relativiert. Umweltministerin Siti Nurbaya Bakar erklärte, es sei "eindeutig unangemessen und unfair", Indonesien zum vollständigen Entwaldungsstopp bis 2030 zu "zwingen".

noe/cp

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.