Studie: Frauen bei Autounfällen gefährdeter als Männer

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Autos sind in puncto Sicherheit nicht geschlechtsneutral. Frauen werden bei einem Unfall weitaus häufiger im Wagen eingeklemmt als Männer, das geht aus einer britischen Studie hervor.

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Ein Crashtest-Dummy bei einem simulierten Autounfall. (Symbolbild: Getty Images)

Frauen sind im Auto gefährdeter als Männer. Bei einem Unfall ist bei ihnen die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie im Wagen eingeklemmt werden. Und: Sie erleiden im Großen und Ganzen andere Verletzungen als Männer, wie britische Forscher im Rahmen einer großangelegten Studie herausgefunden haben.

Die an der University Hospitals Plymouth durchgeführte Untersuchung hat ergeben, dass 15,8 Prozent der bei einem Autounfall verunglückten Frauen im Unfallwagen eingeklemmt werden. Bei den Männern sind es 9,4 Prozent. Diese Werte sind insofern bemerkenswert, als Männer häufiger und in schwereren Unfällen verwickelt sind – auch das geht aus der in der Fachbibliothek National Library of Medicine zugänglichen Studie hervor.

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Weiter fanden die Forscher um den Notfallmediziner Tim Nutbeam heraus: Frauen und Männer tragen bei Autounfällen unterschiedliche Verletzungen davon. Frauen erleiden eher Hüft- und Wirbelsäulenschäden, dagegen verletzen sich Männer öfter an Kopf, Brustkorb und Gliedmaßen.

Frauen und Männer fahren unterschiedlich

Beide Faktoren sind auch durch Umstände wie Fahrsituation und Fahrverhalten bedingt. Dass Männer öfter Kopfverletzungen davontragen, liegt daran, dass sie eher die Fahrerrolle innehaben und bei einem Unfall gegen das Lenkrad oder den Airbag prallen. Wenn Frauen Auto fahren, dann rückten sie näher ans Lenkrad – weshalb die Gefahr größer ist, dass sie bei einem Unfall im Wagen eingeklemmt werden.

Außerdem ereigneten sich bei Männern die Unfälle vornehmlich, während sie geradeaus fahren, heißt es weiter in der Studie, der die Daten von mehr als 70.000 Unfallpatienten zugrunde lagen. Bei Frauen komme es dagegen häufiger beim Lenken und Abbiegen zu Kollisionen. Männer sind also öfter in Frontalzusammenstöße verwickelt, bei Frauen kommt es eher zu Unfällen mit Seitenaufprall.

Aber auch der geschlechtsspezifische Körperbau ist ein Grund für die unterschiedlichen Verletzungsmuster. In der Studie wird auf den "größeren Beckenumfang" der Frau hingewiesen. Dieser Umstand mache sie bei einem Unfall mit Seitenaufprall "anfälliger für Verletzungen", da der Abstand zwischen Autotür und Becken kleiner ist als beim Mann.

Autohersteller sind gefordert

Die Erkenntnisse verbinden die Wissenschaftler mit einem Plädoyer an die Autohersteller. Die müssten bei der Entwicklung der Fahrzeuge die genannten Faktoren berücksichtigen, damit Frauen und Männer "gleichermaßen" geschützt seien, wie es die ebenfalls an der Studie beteiligte Anästhesistin Lauren Weekes gegenüber der Zeitung The Guardian formuliert.

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Auch hinterfragen die Forscher die Praxis der Unfallsimulation, wo noch immer Crashtest-Dummies zum Einsatz kommen, die der Statur eines durchschnittlichen Mannes nachempfunden sind. Das damit einhergehende Problem formuliert Anästhesistin Weekes so: Einer erwachsene Frau würden die Attrappen nicht gerecht, vielmehr entsprächen sie dem Körper eines "12-jährigen vorpubertierenden Mädchens". Damit Frauen bei einem Autounfall genauso geschützt sind wie Männer, brauche es folglich "biologisch korrekte Dummies", so die Medizinerin.

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