Studie: Gelbe Autos verlieren am wenigsten an Wert

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 3 Min.

Es lohnt sich, ein gelbes Auto zu kaufen. Denn die verlieren am wenigsten von ihrem Neuwert, wie eine Studie ergeben hat.

Yellow vintage car. Retro car in the mountains of Madeira.
Symbolbild: Getty Images

Wenn Sie Ihren Gebrauchtwagen verkaufen wollen, dann würde es sich für Sie finanziell am meisten rentieren, wenn das Fahrzeug gelb wäre. Denn gelbe Autos verlieren am wenigsten von ihrem Neuwert, wie eine Studie von iSee Cars ergeben hat.

Laut der Internet-Plattform wurden gelbe Autos mit einem durchschnittlichen Neupreis von 42,686 US-Dollar nach drei Jahren im Schnitt für 31.901 Dollar weiterverkauft. Das entspricht einer Wertminderung um nur 20,4 Prozent. Die Gründe für den geringen Wertverlust: Gelbe Autos sind gefragt – was wiederum damit zu tun hat, dass die Autofarbe ungewöhnlich ist und vergleichsweise selten vorkommt.

Gelbe Autos: selten und gefragt

"Gelb ist vielleicht keine weit verbreitete Autofarbe, aber es gibt genug Menschen, die gelbe Autos gemessen an der Anzahl gekaufter gelber Neuwagen haben wollen", sagt der Executive Analyst von iSee Cars, Karl Brauer. Hinzu komme der wertsteigernde Faktor, dass Gelb eine "übliche Farbe für Sportwagen und andere Fahrzeuge mit geringen Stückzahlen" sei.

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All das gilt auch für orange Autos, die im iSee-Cars-Ranking mit einem Wertverlust von 27,1 Prozent auf Platz drei hinter den beigefarbenen Fahrzeugen gelandet sind; letztere haben der Studie zufolge nach drei Jahren 22,8 Prozent ihres Neuwerts eingebüßt. "Wie Gelb ist Orange am häufigsten bei Sport- und Muskel-Autos mit geringer Stückzahl zu finden", so Brauer.

Nach dieser Logik müssten sich klassische und gängige Autofarben auf dem Gebrauchtwagen-Markt doch wertmindernd auswirken. Und tatsächlich: Laut der Studie gehören silberne (Verlust um 37,6 Prozent), weiße (38,0 Prozent) und schwarze (38,4 Prozent) Autos zu jenen Fahrzeugen, die im untersuchten Zeitraum am meisten an Wert einbüßten.

Von der Norm abweichen

Schwarz, Weiß und Silber seien "sichere Farben", meint Brauer. Diese kauften Autofahrer, wenn sie sich mit dem Durchschnitt "zufriedengeben", nicht jedoch, wenn sie "besser als der Durchschnitt" sein wollen. Ferner verlören diese Fahrzeuge ihren Wert, weil es davon "so viele auf dem Gebrauchtwagenmarkt" gebe. Dieser Umstand verringere die Preismacht der Händler.

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Doch nicht nur von der Häufigkeit einer Autofarbe oder davon, wie gewöhnlich oder ungewöhnlich diese ist, hängt der Wert eines Gebrauchtwagens ab. Die Farbe muss auch gefallen. Laut der Studie erfahren goldgefärbte Fahrzeuge die größte Wertminderung. Die Autofarbe ist ungewöhnlich und kommt selten vor, trifft aber offenbar nicht den Geschmack vieler Autofahrer. "Seltenheit ist nicht gleich wertvoll", sagt Brauer. "Wenn eine Farbe nicht genügend Anklang findet, schadet sie dem Weiterverkaufswert, selbst wenn sie ungewöhnlich ist."

Für die Studie hat iSee Cars mehr als 5,6 Millionen Neuwagen ausgewertet, die zwischen Januar und Juli 2017 verkauft wurden, sowie über 700.000 gebrauchte Fahrzeuge, die zwischen Januar und Juli 2020 den Besitzer wechselten. Dabei fand die Forscher heraus, dass "die Farbe eines Fahrzeugs eine der wichtigsten Überlegungen" beim Autokauf sei, so Brauer.

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