Studie: Leichte Fortschritte bei Gleichberechtigung von Minderheiten in Hollywood

Oscar-nominierte Darstellerin Cynthia Erivo

Kurz vor der Verleihung der Oscars hat eine Untersuchung Hollywood leichte Fortschritte bei der Gleichberechtigung von Frauen und ethnischen Minderheiten bescheinigt - zumindest bei den Darstellern. Laut dem "Hollywood Diversity Report", den die University of California in Los Angeles (UCLA) am Donnerstag (Ortszeit) im siebten Jahr in Folge veröffentlichte, wurden 44,1 Prozent der Hauptrollen in den 200 kommerziell erfolgreichsten Filmen von Frauen gespielt.

Der Anteil nicht-weißer Darsteller an den Hauptrollen lag demnach bei 27,6 Prozent. In den USA machen nicht-weiße Minderheiten wie Schwarze, Latinos und asiatischstämmige Menschen allerdings mehr als 40 Prozent der Bevölkerung aus. "2019 nähern sich Frauen und Minderheiten einer proportionalen Repräsentation, wenn es um Hauptrollen und die gesamte Besetzung geht", erklärte Studien-Ko-Autor Darnell Hunt.

Hinter den Kulissen sei die Lage aber deutlich schlechter. So sind 93 Prozent aller Führungspositionen bei Filmproduktionen mit Weißen besetzt und 80 Prozent sind Männer. Bei der Regie der erfolgreichsten Filme hatten Frauen der Studie zufolge nur einen Anteil von 15,1 Prozent. Das ist allerdings schon eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum vorherigen Jahr, als der Anteil bei 7,1 Prozent lag.

Leichte Fortschritte wurden auch bei den Drehbuchautoren festgestellt: 17,4 Prozent waren im vergangenen Jahr Frauen und 13,9 Prozent gehörten einer ethnischen Minderheit an.

Hunt bilanzierte, grundsätzlich müsse sich Hollywood die Frage stellen lassen: "Erleben wir gerade einen systematischen Wandel oder spricht Hollywood nur ein vielfältiges Publikum mit der Besetzung an, ohne grundlegend die Art und Weise zu ändern, wie die Studios hinter der Kamera Geschäfte treiben?" In diesem Zusammenhang wies Hunt darauf hin, dass ethnische Minderheiten eine große Kaufkraft haben: 2019 kauften sie demnach mindestens die Hälfte der Kinokarten für neun der erfolgreichsten Filme.

Die Oscars werden am Sonntagabend (Ortszeit) in Hollywood verliehen. Unter den Schlagwörtern #OscarsSoWhite (Oscars so weiß) und #OscarsSoMale (Oscars so männlich) wird die Preisverleihung immer wieder für eine unzureichende Berücksichtigung von Minderheiten kritisiert.

Bei den Oscars ebenso wie bei den Golden Globes wurde dieses Jahr keine einzige Frau in der Kategorie "Beste Regie" nominert. Die Britin Cynthia Erivo ist die einzige Schwarze unter den diesjährigen Oscar-nominierten Darstellern.