Studie: Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen in Pandemie stark gestiegen

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Jugendlicher spielt auf Smartphone (AFP/CHAIDEER MAHYUDDIN)

In der Coronapandemie ist die Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen stark gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag vorgestellte Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Demnach nutzen derzeit 4,1 Prozent aller Zehn- bis 17-Jährigen in Deutschland Computerspiele krankhaft. Hochgerechnet sind so rund 220.000 Jungen und Mädchen betroffen, was im Vergleich zu 2019 einen Anstieg um 52 Prozent bedeutet.

Jungen sind dabei mit 3,2 Prozent deutlich häufiger betroffen als Mädchen mit 0,9 Prozent. Der Studie zufolge hängt der Anstieg der Mediensucht eng mit längeren Nutzungszeiten zusammen. So betrage beim Gaming die durchschnittliche Spielzeit an einem Werktag nun 109 Minuten - 31 Prozent mehr als vor der Coronakrise. Für die Studie wurde in bundesweit 1200 Familien mehrfach die digitale Mediennutzung von Kindern, Jugendlichen und Eltern abgefragt.

"Der Anstieg der Abhängigkeit bei Computerspielen von mehr als 50 Prozent ist alarmierend", erklärte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Die Gesundheitspolitik müsse die zunehmende Mediensucht bei jungen Menschen stärker in den Fokus nehmen. Außerdem brauche es eine breite Präventionsoffensive, um die Medienkompetenz von Kindern und Eltern weiter zu stärken.

Auch bei den sozialen Medien stieg die Mediensucht deutlich an: Hier wuchs demnach der Anteil der pathologischen Nutzung seit 2019 von 3,2 auf 4,6 Prozent. Das ist den Studienautoren zufolge ein Anstieg von knapp 44 Prozent und entspricht nun insgesamt fast 250.000 Betroffenen. Auch hier sind Jungen mit 3,1 Prozent doppelt so oft abhängig wie Mädchen mit eineinhalb Prozent.

awe/cfm

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