Studie: Produktanordnung in Supermärkten kann zu gesunder Ernährung beitragen

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Supermärkte haben die Macht darüber, wie gesund wir uns ernähren. Indem sie etwa Süßigkeiten an der Kasse platzieren, kaufen die Kunden mehr davon. Das hat eine Studie einmal mehr belegt.

Supermärkte beeinflussen unsere Ernährung. (Symbolbild: Getty Images)
Supermärkte beeinflussen unsere Ernährung. (Symbolbild: Getty Images)

Mit Erkenntnissen aus der Verhaltenspsychologie steuern Supermärkte bekanntlich ihre Kunden. Wie und wo die Ware in einem Geschäft angeboten wird, wirkt sich auf die Kaufentscheidung aus. Nun haben Wissenschaftler in England einmal mehr nachgewiesen, dass von der Produktanordnung auch abhängt, wie viele gesunde bzw. ungesunde Lebensmittel im Einkaufskorb landen.

Für die Studie haben Forscher an der University of Southampton in ausgewählten, in England ansässigen Filialen der Supermarktkette Iceland Foods das Kaufverhalten der Kunden in Abhängigkeit der Produktplatzierung beobachtet. Wie das Fachmagazin Medical Xpress berichtet, sind die Forscher zu folgendem Ergebnis gelangt: Supermarkt-Kunden kaufen deutlich weniger Süßigkeiten ein, wenn sich diese nicht im Kassenbereich und also nicht am Ende der Einkaufsroute befinden. Und sie entscheiden sich eher für Obst und Gemüse, wenn die Äpfel und Birnen, Tomaten und Gurken im Eingangsbereich des Geschäfts ausgestellt sind.

"Impulskäufe" an der Kasse

"Die Änderung der Produktanordnung in den Supermärkten könnte den Menschen helfen, sich für gesündere Lebensmittel zu entscheiden und die Ernährung der Bevölkerung auf die Empfehlungen der Regierungen auszurichten", wird Dr. Christina Vogel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im MRC Lifecourse Epidemiology Centre, von Medical Xpress zitiert.

Die Studie stützt die Pläne der britischen Regierung, die die Strategien der Lebensmittelhändler zur Förderung so genannter "Impulskäufe" staatlich regulieren will. Unter anderem soll in Supermärkten die Platzierung ungesunder Lebensmittel wie Süßigkeiten und Softdrinks in der Kassenzone verboten werden. Die Maßnahme zielt auf ein drängendes Problem im Inselstaat: Die Zahl übergewichtiger Menschen nimmt stetig zu. Laut der Zeitung Guardian gelten mittlerweile 63 Prozent der Erwachsenen und ein Drittel aller Kinder als übergewichtig oder fettleibig.

Befinden sich Süßigkeiten im Kassenbereich, neigen Kunden eher dazu, diese zu kaufen. (Symbolbild: Getty Images)
Befinden sich Süßigkeiten im Kassenbereich, neigen Kunden eher dazu, diese zu kaufen. (Symbolbild: Getty Images)

Staatliche Regulierung

Ein Gesetz, das sich gegen diesen Trend und seine Ursachen richtet, würde offenbar auch Janis Baird begrüßen. Die Professorin für Public Health an der University of Southampton wirkte ebenfalls an der Studie mit. "Die Ergebnisse liefern Anhaltspunkte dafür", sagt die Wissenschaftlerin, dass das "geplante Verbot der prominenten Platzierung von ungesunden Lebensmitteln in Einzelhandelsgeschäften sich positiv auf die Ernährung der Bevölkerung auswirken könnte".

Die Southampton-Studie bestätigt vorausgegangene wissenschaftliche Erkenntnisse. 2017 hatte eine mehrjährige britische Untersuchung ergeben, dass der Verkauf von Süßigkeiten um 17 Prozent zurückging, nachdem diese nicht mehr im Kassenbereich angeboten wurden. Über die Studie, an der auch die Supermarktketten Tesco und Sainsbury's beteiligt waren, hatte seinerzeit das Online-Magazin RetailDetail berichtet.

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