Studie verrät: Die Gehirne von engen Freunden arbeiten ähnlich

Gleicher Sinn für Humor, gleiche Interessen? Dass wir unseren Freunden oft so ähnlich sind, ist angeblich kein Zufall. (Bild: Getty Images)

Jeder hatte schon mal das Gefühl, dass nur der beste Freund oder die beste Freundin einen wirklich versteht. Amerikanischen Wissenschaftlern zufolge hat das auch einen guten Grund.

Mit einer im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlichten Studie, die am Dartmouth College im US-amerikanischen New Hampshire durchgeführt wurde, konnten die Forscher herausfinden, dass die Hirnaktivitäten enger Freunde einander extrem ähnlich sind.

Dazu befragten die Wissenschaftler erst 279 Studenten des Colleges über ihre Freundschaftsbeziehungen. 42 der Befragten wurden anschließend verschiedene Videos vorgespielt und ihre Hirnaktivitäten dabei beobachtet. Was auffiel: Die Studenten, die eng miteinander befreundet waren, reagierten ähnlich auf die ihnen gezeigten Bilder, indem bestimmte Hirnregionen, die mit Lern-, Verarbeitungs- und Erinnerungsprozessen verbunden sind, aktiviert wurden. Umgekehrt hatten Testpersonen, die weniger sozialen Kontakt miteinander hatten, unterschiedlichere Hirnaktivitäten.

Die Gehirnreaktionsmuster waren laut den Forschern so eindeutig, dass sie auf deren Basis genau erkennen konnten, welche Studienteilnehmer wie eng miteinander befreundet waren. „Unsere Ergebnisse lassen annehmen, dass Freunde ihre Umwelt in außerordentlich ähnlicher Weise wahrnehmen“, erklärt die Hauptautorin der Studie, Carolyn Parkinson, in einer Pressemitteilung.

Die Wissenschaftler vermuten, dass wir Freunde haben, die ähnlich ticken wie wir, weil sie unsere „eigenen Werte, Meinungen und Interessen bekräftigen“, wie es in der Studie heißt. Wir fühlen uns also besser, wenn wir unsere Zeit mit jemandem verbringen, der uns ähnlich ist. Unklar ist für die Forscher jedoch, ob wir uns gezielt Freunde suchen, deren Gehirne ähnlich arbeiten oder ob sich die Hirnaktivitäten von Freunden mit der Zeit aneinander angleichen. „Wir denken, dass beides der Fall ist“, vermutet Co-Autor Adam M. Kleinbaum gegenüber „Business Insider“.

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