Neue Studie: Die größten Risikofaktoren bei Corona

Besonders bei Patienten, die beatmet werden mussten, war laut der Studie die Sterberate sehr hoch. (Symbolbild: Getty)

Je länger die Corona-Pandemie andauert, desto genauer werden die Ursachen der Krankheit erforscht. Wissenschaftler legen nun eine neue Studie vor, in der sie die Risikofaktoren genauer einkreisen.

Relativ schnell nach Ausbruch des Sars-Cov-2 Virus wurde klar, dass ältere Menschen, die sich infiziert hatten, häufiger schwer erkrankten. Je mehr Patienten untersucht werden konnten, desto deutlicher kristallisierte sich heraus, dass auch gewisse Vorerkrankungen Einfluss auf den Verlauf von Covid-19 haben. Wissenschaftler aus England haben nun mit einer Studie einen weiteren Schritt zur Erforschung der Erkrankung gemacht.

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Dafür wurden die Informationen und Daten von mehr als 20.000 Patienten aus Großbritannien analysiert und ausgewertet. Die Studie, die anschließend in der medizinischen Fachzeitschrift BMJ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass es vier Risikofaktoren gibt, die sich besonders auf die Schwere der Krankheit auswirken: Alter über 50, männliches Geschlecht, Fettleibigkeit und Vorerkrankungen. Mit einem oder mehreren dieser Faktoren steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich nach einer Infektion ein schwerer Verlauf mit möglicherweise sogar tödlichen Folgen entwickelt.

Bei den Vorerkrankungen fallen Herz- und Lungenerkrankungen, aber auch Leber- oder Nierenschäden besonders ins Gewicht. Dabei stellte die Studie fest, dass von den untersuchten Patienten 30 Prozent an Herzerkrankungen litten, 20 Prozent Diabetes hatten und weitere 17 Prozent chronische Lungenkrankheiten ohne Asthma. Die Fälle die für die britische Studie untersucht wurden, waren im Schnitt 73 Jahre alt. Deutlich mehr als die Hälfte war männlich, etwa 60 Prozent. Insgesamt starben 25 Prozent der Patienten, 41 Prozent konnten das Krankenhaus wieder geheilt verlassen. Besonders gravierend war die Sterberate bei Patienten, die an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten. Von ihnen starben 37 Prozent.

US-Studie bestätigt das Ergebnis

Forscher des NYU Langone Medical Center aus den USA kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Eine Studie aus dem besonders schwer betroffenen New York wies nach, dass 40 Prozent aller Corona-Infizierten, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, übergewichtig waren. Für die US-amerikanische Fallanalyse wurden über 4000 Patienten untersucht. Das Resultat sieht ähnlich aus, wie bei der britischen Studie. Übergewicht, Alter, männliches Geschlecht und Vorerkrankungen sind die dominanten Risikofaktoren. Auch eine viel kleinere Fallanalyse aus Aachen, bei der 50 Patienten aus Heinsberg untersucht werden, war zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Mehrzahl der Patienten, die beatmet werden mussten, stark übergewichtig waren.

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Doch obwohl diese in der Auswertung der Fallstudien immer klarer festgehalten werden können, sind die Ursachen längst noch nicht so gut erforscht. Viele Faktoren könnten auch in Verbindung miteinander stehen. So ist bei übergewichtigen Menschen häufig die Lungenfunktion verringert. Zudem steht Adipositas auch häufig in Verbindung mit einer größeren Entzündungsanfälligkeit, die bei der Beschädigung der Organe durch das Virus eine große Rolle zu spielen scheint.

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