Studie: Problematische Darstellung von Gewalt gegen Frauen im TV

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Jede dritte Frau wurde bereits Opfer körperlicher Gewalt. Auch im deutschen TV spiegelt sich diese Realität wider, wie nun eine Studie der "MaLisa-Stiftung" zeigte. Das Problem: Die Betroffenen selbst kommen dabei nur selten zu Wort.

Person drückt auf Fernbedienung um den Fernseher zu bedienen
Jede dritte Sendung im deutschen TV thematisiert Gewalt gegen Frauen. (Bild: iStock/TW-Creative)

Jeden dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau durch die Hand ihres (Ex-)Partners, wie eine erschreckende Statistik aus dem Jahr 2019 zeigte. Laut einer EU-weiten Umfrage aus dem Jahr 2014 hat sogar jede dritte Frau seit ihrer Jugend schon körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Zuvor meist ignoriert oder relativiert, ist das Thema Gewalt gegen Frauen in der jüngeren Vergangenheit tatsächlich auch im deutschen TV-Mainstream angekommen, etwa im Rahmen von Joko und Klaas' bestürzendem Einblick in die sexistischen "Männerwelten" auf ProSieben.

Maria Furtwängler auf dem roten Teppich des deutschen Fernsehpreis 2021
Die Schauspielerin Maria Furtwängler macht sich mit ihrer "MaLisa-Stiftung" für Frauen stark. (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)

Maria Furtwängler: "Medien prägen unsere Wahrnehmung"

Doch wie geht man im Fernsehen tatsächlich mit Gewalt gegen Frauen um? Wie eine neue Studie der von Maria und Elisabeth Furtwängler gegründeten "MaLisa Stiftung" zeigt, spiegelt auch das TV-Programm hierzulande eine misogyne Realität wider. So werde geschlechtsspezifische Gewalt zwar in rund einem Drittel der Sendungen - sei es Fiktion, Information oder Unterhaltung - thematisiert, die Betroffenen selbst kämen dabei jedoch fast gar nicht (8 Prozent) ausführlich zu Wort. Auch in Kinder- und Familienfilmen werde Gewalt gegen Frauen dargestellt.

Wie die Studie bemängelt, fehlen zudem häufig Vorabwarnungen und Hinweise auf Unterstützungsangebote für Betroffene. "Die Studienergebnisse machen deutlich, dass ein bewussterer Umgang mit der Thematik und der Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt und ihrer Auswirkungen geboten ist", heißt es auf der Homepage der "MaLisa Stiftung". Auch Mit-Initiatorin und Schauspielerin Maria Furtwängler zeigt sich in einer Pressemeldung besorgt über die Ergebnisse: "Medien prägen unsere Wahrnehmung der Realität. Wir als Medienschaffende haben dadurch eine besondere Verantwortung, gerade bei einem gesellschaftlich so dringlichen Thema wie Gewalt gegen Frauen."

Im Video: Protest in Paris: Stoppt Gewalt gegen Frauen

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