Stunde Null: Warum Merkels Nachfolger endlich Politik für die junge Generation machen muss

Katharina Maß
Showdown in Hamburg: Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz gelten bei der Wahl zum neuen CDU-Vorsitzenden als die aussichtsreichsten Kandidaten.
Kommentar

Am Freitag findet in Hamburg der CDU-Parteitag statt. Es ist der Polit-Showdown, auf den viele in Deutschland seit Wochen warten. 1001 Delegierte wählen Merkels Nachfolger an der Spitze der Partei. Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn — einer von ihnen hat gute Chancen, in absehbarer Zeit Kanzler zu werden. Der Kurs, der sich abzeichnet, verheißt aus meiner Sicht jedoch nichts Gutes für unser Land: Wenig Erneuerung, wenig Politik für die junge Generation. Was bislang schon Realität war, droht auch so zu bleiben. Das muss sich jedoch ändern, wenn Deutschland nicht seine Zukunft verspielen will.

Politik wird noch immer für alte Wähler gemacht

In Berlin wird gerne über Wandel gesprochen, wenn wichtige Politiker an den Rednerpulten stehen — wirklich neu kommt mir dabei jedoch nichts vor. Das ist auch das Gefühl, das bei vielen meiner gleichaltrigen Freunde und Bekannten vorherrscht. Ich bin 20 Jahre alt und gehöre zu der Generation, die sich nicht an ein Deutschland ohne Kanzlerin Angela Merkel erinnert. Und ich fühle mich als Vertreter einer Generation, die in den vergangenen Jahren von der Politik übergangen wurde.

Ich kann verstehen, dass viele Gesetze mit Blick auf die Alten im Land verabschiedet werden. Es ist die breite Masse, deren Stimmen Politiker für eine Wiederwahl benötigen. Aber Fakt ist: Es sind wir, die junge Generation, die Deutschlands Wohlstand, mit dem sich derzeit alle brüsten, sichern sollen. Nur: Es ist reichlich unrealistisch zu glauben, dass das passiert, ohne uns bei der Gesetzgebung zu berücksichtigen.

Thema Rente: Wer würde heute schon noch behaupten, die Rente sei sicher? Ich weiß, dass ich in immer größerem Ausmaß die Rente älterer Generationen bezahlen muss. Wie meine eigene Absicherung durch diesen Generationenvertrag im Alter aussieht? Völlig unklar. Auf Aktien werde ich jedenfalls nicht setzen, so wie Friedrich Merz es indirekt als attraktive Form der Altersvorsorge vorgeschlagen hat. Und noch viel schlimmer: Meine Generation hat sich mit dieser Unsicherheit schon abgefunden. Was bei vielen unserer Eltern zu einem Aufbegehren geführt hätte, stößt bei vielen meiner Freunde auf Gleichgültigkeit. Man hat sich als junger Mensch irgendwie schon mit der Ungewissheit in diesem Land arrangiert. 

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