Stuttgart 21 vermutlich doppelt so teuer wie geplant

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Stuttgart 21 gehört zu den umstrittensten Bauprojekten Deutschlands. Nun wird der Bahnhof wohl auch noch viel teurer, als bisher schon erwartet.

Stuttgart 21: Ein Blick auf die Baustelle des umstrittenen Bahnhofprojekts.
Stuttgart 21: Ein Blick auf die Baustelle des umstrittenen Bahnhofprojekts. (Bild: REUTERS/Kai Pfaffenbach)

Diese Zahlen dürften Wasser auf die Mühlen der Kritiker*innen sein. Nach Angaben der Deutschen Bahn erhöhen sich die Baukosten für den umstrittenen Stuttgarter Bahnhof erneut. Mittlerweile hätten sie sich dann im Vergleich zu den ursprünglich geplanten Kosten vor zwölf Jahren mehr als verdoppelt. Bei dem ambitionierten Projekt, gegen das es immer wieder erbitterte Proteste gegeben hatte, soll der bisherige Kopfbahnhof unter die Erde verlegt werden. Dazu sollen Tunnel eine Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn garantieren und auch der Stuttgarter Flughafen einen Bahn-Anschluss erhalten.

Puffer bereits verbraucht

Wie die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf Quellen bei der Deutschen Bahn berichtete, sieht die aktuelle Kalkulation Kosten von über neun Milliarden für den Bahnhofsumbau vor. Zuletzt war 2018 eine neue Bausumme kalkuliert worden. Diese lag damals bei 8,2 Milliarden Euro und beinhaltete bereits einen Puffer von einer halben Milliarde Euro. Doch dieser scheint schon jetzt aufgebraucht zu sein. Zu den genauen Kosten hält sich die Bahn auf Anfrage der "Stuttgarter Zeitung" bedeckt: Derzeit laufe eine Kostenüberprüfung des Projektes, die nicht abgeschlossen sei und deren Ergebnis abgewartet werden müsse. Klar ist aber, das Management hinter dem Projekt macht die allgemein angestiegenen Baukosten für die höhere Kalkulation verantwortlich.

Bahn muss Mehrkosten alleine tragen

Immer wieder hatte es auch vom Bundesrechnungshof Kritik an der Kostenplanung von Stuttgart 21 gegeben. Im ursprünglichen Finanzierungsvertrag, der im April 2009 unterzeichnet wurde, waren 4,256 Milliarden Euro vorgesehen. Diese sollten zwischen Bahn, der Bundesrepublik, dem Land, der Stadt Stuttgart und dem Flughafen aufgeteilt werden. Die nun entstehenden Mehrkosten muss die Deutsche Bahn wohl alleine übernehmen, wie die "Stuttgarter Zeitung" schrieb, da die Finanzierungspartner nicht gewillt seien, sie mitzutragen. Die geplante Eröffnung im Dezember 2025 soll von den gestiegenen Kosten indes nicht betroffen sein, verspricht die Bahn.

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