Sudan nimmt nach Tötung von Schülern Paramilitärs fest

Demonstration gegen Gewalt in Khartum

Nach dem gewaltsamen Tod von mehreren mitunter minderjährigen Demonstranten sind im Sudan Mitglieder der gefürchteten paramilitärischen Miliz RSF festgenommen worden. Eine Ermittlung in den Vorfall in der Stadt Al-Obeid sei eingeleitet worden, sagte ein Sprecher des regierenden Militärrats am Freitag vor Journalisten. Insgesamt seien neun Paramilitärs inhaftiert worden. Bei den Demonstrationen im Zentrum des Landes waren am Montag sechs Menschen erschossen worden, vier von ihnen Schüler.

Die Protestbewegung, aber auch der hochrangige General im Militärrat Dschamal Omar hatten die RSF-Miliz für die Tötung der Jugendlichen verantwortlich gemacht. Omar hatte am Mittwochabend erklärt, RSF-Schützen hätten das Feuer auf die Demonstranten in Al-Obeid eröffnet, nachdem Protestteilnehmer Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen hätten.

Bei Protesten gegen die Gewalt wurden am Donnerstag weitere vier Demonstranten erschossen. Die Protestbewegung hatte angesichts der Tötung der Jugendlichen die für Dienstag anberaumten abschließenden Gespräche mit dem Militärrat über die Ausgestaltung einer Übergangsregierung abgesagt.

Am Donnerstag wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen und sollten am Freitagabend weitergehen. "Beide Seiten haben zugestimmt, sich heute um 20.00 Uhr zu treffen, um die Verhandlungen abzuschließen", sagte der Vermittler der Afrikanischen Union, Mohammed El Hacen. Ibrahim al-Amin von der Protestbewegung prophezeite "gute Nachrichten".

Der Militärrat und die Protestbewegung hatten sich Mitte des Monats in einem Abkommen auf eine Teilung der Macht geeinigt. Es sieht die Bildung einer Übergangsregierung vor, die drei Jahre und drei Monate im Amt bleiben soll. In einer von beiden Seiten unterzeichneten "politischen Erklärung" wird die Übergangsregierung als "souveräner Rat" bezeichnet. Das Gremium soll aus sechs Zivilisten und fünf Militärs bestehen.

Im April war der langjährige Staatschef Omar al-Baschir gestürzt worden. Ihm soll wegen verschiedener Verbrechen der Prozess gemacht werden.