Dieser "Supertalent"-Auftritt machte Bohlen fassungslos: "Größeren Schwachsinn habe ich nie gesehen!"

Jürgen Winzer
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Dieser "Supertalent"-Auftritt machte Bohlen fassungslos: "Größeren Schwachsinn habe ich nie gesehen!"

Ein furzender Magier. Eine Backpfeife für Bruce Darnell. Tauben, Schwertschlucker, Akrobaten: Es war eine Nacht der Sensationen beim "Supertalent". Und sie beinhaltete den "größten Schwachsinn", den Dieter Bohlen je in der RTL-Show gesehen haben will.

Und - zack - hatte Bruce Darnell von seinem Freund Dieter Bohlen eine Ohrfeige im Gesicht! Beim "Supertalent" (RTL) eskalierte diesmal alles ein wenig. Aber in einer "Nacht der Sensationen" war weder Dieters Backpfeife für Bruce, noch ein furzender Magier, eine assistierende Taube oder ein wahnwitziger Schwertschlucker die größte Überraschung. Die lieferten zwei alte Bekannte. Doch dazu später mehr.

Dieter Bohlen eskaliert: Ohrfeige für Bruce Darnell

"Größeren Schwachsinn habe ich selten gesehen." Nein, der selbsternannte Pop-Titan hat sich nicht auf die Seite der (zahlreichen) Kritiker von "Das Supertalent" geschlagen. Aber er schlug schon - allerdings seinen Freund und Jury-Kollegen Bruce Darnell! Weil der nach der wahrlich einzigartigen Performance der Comedy-Truppe "Jumbo Dump" (Sarah Lombardi: " Wie kann man nur so bescheuert sein!") unbedingt eine von den Japanern verwendete Delfin-Maske aufsetzen musste und anschließend jammerte: "Das stinkt!" Da sah sich Bohlen zur liebevollen Züchtigung genötigt: Erst schritt er zur Desinfektion der Darnell'schen Glatze!. Dann mahnte er väterlich: "Was machst du auch immer so dumme Sachen". Und schließlich gab's noch eine - kumpelhafte - Maulschelle für den Co-Juror.

Das, wie auch die Show der früheren Sumo-Schüler, war einer der Höhepunkte des Abends. "Jumbo Dump" vertonten "Werke" wie "Wassertropfen tropfen", "frisch gefangene Fische zappeln im Boot" und eben "Liebesgeschichte eines Delfinpaares" - und zwar mit ihren Schwabbelbäuchen! "Schräg, aber neu!", lachte sich Bruce Darnell schlapp. "Das war so bescheuert, dass es schon wieder geil war", gab Sarah Lombardi grünes Licht für die nächste Runde. Und auch Dieter Bohlen reckte, animiert von Sprechchören des Publikums, am Ende seinen Daumen nach oben. Toll, oder um es mit den wenigen Brocken Deutsch der Japaner zu sagen: "Ooooh! Angeneeeehm! Dankeeee!"

Die Scholich-Twins kommen! Dieter: "Ach du Scheiße!"

Apropos bescheuert. Sechsmal traten die Scholich-Zwillinge "Yven" (Yvonne) und "Nice" (Nicole) bisher schon beim "Supertalent" an. Jedes Mal mit bleibendem Eindruck: "Ach du Scheiße!", entfuhr es Bohlen deshalb, als er die 47-jährigen Frauen erkannte. Seine erste Befürchtung ("Ihr singt doch aber nicht?") war zwar unbegründet, aber das musste ja nichts heißen. Umso überraschender: Die Twins legten sich mit ihrer Hula Hoop-Show ordentlich und für ihre Verhältnisse hochklassig ins Zeug. "Wow, ihr habt euch ja richtig vorbereitet", lobte der selbsternannte Pop-Titan. Wenngleich er wissen ließ: "Das Beste war schon, dass das Playback war und ihr nicht gesungen habt!" Dennoch: Für zwar nicht synchrones, aber intensives Kreisen der Reifen um Hüfte, Arm und Hals gab es drei Ja! Das konnten selbst die Schwestern nicht fassen und waren - erstmals - sprachlos. Die Sensation des Abends!

Generell war an diesem Abend vieles nicht so, wie es zunächst schien. Bestes Beispiel waren "Miss Tres" von den Philippinen. Ihr Ziel ("Dieter soll uns sehen und lächeln") war schon vor dem ersten Ton erreicht, denn die heißen Ladys stöckelten im kleinen Silbernen zur Bühnenmitte. Aber mit den ersten Tönen kam die Verwirrung. "Das sind drei Männer!", fiel bei Bohlen der Groschen. Auch wenn es Darnell nicht glauben wollte: "Wir sind drei Transgenderfrauen", stellten sich Christian, Limuell und Joselito vor. "Aber ihr habt alle drei tolle Stimmen!" Dieter Bohlen sind Geschlechterzuordnungen egal!

"Mark Medlock" schlägt mit dem Hammer zu!

Auch der dreifachen Mutter und Hausfrau Nicole Lermig (44) hätte niemand zugetraut, wie toll und ohne jeden Wackler sie Whitney Houstons Hit "I will always love you" intonierte. Nach dem Lob von Bruce Darnell ("Brillant!") und Dieter Bohlen ("Klasse!") weinte sie vor Erleichterung.

Und auch Ayman Abdelhakim (31), der sich locker als Vin-Diesel-Double verdingen könnte, sorgte für eine (auch für ihn) unerwartete Überraschung. Nein, sein spektakulärer Auftritt als Schwertschlucker und Fakir ging nicht etwa schief. Sein Assistent war's, der Bohlen sofort auffiel: Der sah tatsächlich aus wie Ex-"DSDS"-Sieger Mark Medlock mit Afro -Perrücke. Der falsche Mark hatte einen hammermäßigen Auftritt: Er zertrümmerte mit einem Vorschlaghammer einen auf dem Nacken von Ayman liegenden Steinquader. Brutal genug? Nix! Aymans Kehle war bei der Aktion auf eine Schwertspitze! gestützt! Sarah Lombardi ("Bist du lebensmüde?") und Bruce Darnell ("Man muss verrückt sein, so etwas zu tun!") wendeten sich wie viele Zuschauer vor Grausen ab, Dieter Bohlen verfolgte indes cool und fasziniert die Show. "Man kann sich doch kein Schwert in den Hals stecken", jammerte Sarah. Dieter: "Ach, das hat was mit Gewohnheit zu tun." Das Publikum raunte lustvoll - nur Sarah und Dieter (!) bemerkten die schlüpfrige Zweideutigkeit nicht.

"Tolle Körper": Sarah Lombardi bekommt Schnappatmung

Und dann war da noch der japanische Magier Tanba Tamba (46), der einen Luftballon, Papier, Feuer und vor allem gut zwei Dutzend Rasierklingen verschluckte - und dann alles nacheinander wieder auf dem Rachen fischte. Bis aufs Feuer - das "furzte" er per Miniböller aus dem verlängerten Rücken! Da war die Jury sprachlos. So wie Sarah Lombardi angesichts der Strapaten-Artisten Marc Unruh und Lukas Flint. "Also, optisch... schon schön... Wahnsinn", stammelte die Jurorin errötend. Angesichts der "Superbodys", die auch Bruce Darnell aufgefallen waren, schien ihre Schnappatmung verzeihlich.

Es regnete diesmal zwar keine goldenen Konfetti, aber dreifache Ja's ohne Ende: für eine Handstandartistin, die eine Taube (!) als Partnerin hat - Aurélie Brua (47) lieferte eine tierisch gute Show!

Was man mit einer "Straßenlaterne" aus dem Rotlichtmilieu alles machen kann, zeigten Anastasia (32) und Ilya (42) Strakhov in ihrer großartigen Pole- und Handstandakrobatiknummer. Und es passt ja auch - die beiden lernten sich einst in einem Nachtclub kennen!

Ein entzückender "Charlie Chaplin" brillierte auf dem Kunstrad - Florian Blümmel, 34, war schon mehrfach deutscher, Europa- und Vizeweltmeister.

"Unique" überzeugten, die laut Dieter für eine Wachablösung in ihrer Heimat Großenkneten sorgen werden: "Bisher kannte man das wegen Trio, künftig wird man sagen, dass da eine geile Showakrobatikgruppe herkommt!"

Yes, yes, yes auch für Conrado und Wotan aus Graz, die auf den Schlaginstrumenten Handpan und Cajon in eine "spirituelle" (Bruce) Klangwelt entführten.

Nur für die Showbarkeeper Kristoff und Alex aus Wien lief es nicht gut. Die vermixten sich ordentlich: Die roten Buzzer kamen schneller, als sie die Cocktailbecher und Flaschen wirbeln lassen konnte. "Langweilig", fand Dieter.

Wer kommt ins Finale? Entscheidung am 14. Dezember!

Aber nicht alle der zwölf Kandidaten, die diesmal positiv bebuzzert wurden, stehen automatisch im Finale. Welche zehn Supertalente am 21. Dezember in der großen Live-Show um die Siegprämie von 100.000 Euro kämpfen dürfen, entscheiden die Juroren am 14. Dezember.