SWR-Doku: Das sind die Tricks der Drogeriemarkt-Ketten

Mila Lemke
Freie Autorin
Werben mit Rabattaktionen um Kunden: Die drei großen Drogeriemarktketten. Foto: Screenshot SWR

Die Drogeriemärkte Müller, Rossmann und dm überbieten sich gegenseitig mit Rabatten, um Kunden anzulocken. Profitieren die Käufer tatsächlich davon? Am Dienstag veröffentlichte das SWR-Magazin „Marktcheck” eigene Recherchen zu diesem Thema. Einen Monat lang beobachteten die Reporter Preise verschiedener Produkte in allen drei Drogerieketten. Die Ergebnisse sind wenig überraschend.

Das Angebot der Drogeriekette Müller klingt vielversprechend: Wer einen Zehn-Prozent-Gutschein von dm, Rossmann oder Douglas mitbringt, bekommt bei Müller 15 Prozent Rabatt. Konkurrent dm wirbt damit, die Preise langfristig nicht zu erhöhen. Ein Grund für die Rabattschlacht: Die Hamburger Drogeriekette Budnikowsky hat sich mit Edeka zusammengeschlossen und drängt in den Markt. Die Folge sei ein extrem aggressiver Preiskampf in der Branche, sagt Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer des Markenverbands.

Um zu testen, ob die Kunden tatsächlich sparen, haben die SWR-Reporter einen Warenkorb aus 20 Drogerieartikeln zusammengestellt, die alle drei Ketten anbieten. Zu Beginn ist der Warenkorb bei Rossmann mit 63,39 Euro am günstigsten. Müller (65,33 Euro) und dm (65,37 Euro) liegen preislich fast gleichauf. Die Differenz zwischen teuerstem und günstigstem Anbieter beträgt weniger als zwei Euro. Wie rentieren sich diese Preise?

Drogeriemarkt-Kundin gesteht: „Ich habe einen Coupon eingelöst und dann durchaus mehr gekauft.” Foto: Screenshot SWR

Bei Müller und Rossmann beispielsweise so: Während Zahncreme oder Duschgel im Angebot sind, verteuern sich gleichzeitig andere Produkte. Der Grund: Rabatte lohnen sich für Händler nur, wenn Kunden nicht nur Schnäppchen kaufen.

„Für den Drogeriehändler ist es wichtig, dass die Kunden nicht nur ein Produkt kaufen, sondern möglichst viele, da auf einzelnen Artikeln mitunter die Marge sehr gering ist und auf anderen Artikeln wiederum höher ist”, erklärt der Handelsexperte Tobias Günter. Ziel der Händler sei es, dass Konsumenten möglichst viele verschiedene Produkte kaufen”, so Günter. Am Ende der vier Wochen zeigten sich kaum Unterschiede im Preis der getesteten Produkte.

Neu ist das Prinzip der Mischkalkulation nicht. Letztlich liegt es an den Kunden, ob diese Strategie funktioniert. Eine SWR-Umfrage vor den drei Drogeriemärkten lässt aber vermuten, dass viele Kunden genau so handeln, wie die Anbieter hoffen. Sie betreten den Laden mit Rabattcoupons und kommen am Ende mit deutlich mehr Waren heraus als geplant.