Syrien-Sondergesandter Brahimi zu Gesprächen in Moskau

Russland geht zunehmend auf Distanz zu Assad

Der internationale Sonderbeauftragte für Syrien, Lakhdar Brahimi, reist heute zu Gesprächen nach Moskau. Russland ist der wichtigste Verbündete des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad im Ausland. In den vergangenen Wochen distanzierte sich die Regierung in Moskau aber zunehmend von ihm. Am Freitag rief sie die Regierung in Damaskus zu Gesprächen mit der Opposition auf.

Das wichtigste syrische Oppositionsbündnis wies die Einladung Russlands zu Gesprächen in Moskau zurück. Der Vorsitzende der Syrischen Nationalen Koalition, Ahmed Moas al-Chatib, sagte am Freitag dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, das Bündnis werde nur an Verhandlungen teilnehmen, wenn sie in einem arabischen Land stattfinden und wenn es eine "klare Tagesordnung" gebe. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte al-Chatib zuvor zu Gesprächen eingeladen und dabei Moskau oder einen anderen Ort als möglichen Treffpunkt genannt.

Al-Chatib sagte jedoch auf Al-Dschasira, seine Gruppe verlange eine Entschuldigung von Lawrow, da dieser sich in die syrischen Geschicke einmische und das "Massaker" am syrischen Volk nicht verurteile. "Warum reagiert Russland nicht und verurteilt in einer Erklärung nicht eindeutig die Brutalität des Regimes und verlangt nicht den Rücktritt von Präsident (Baschir al-)Assad, der eine Vorbedingung für jede Verhandlung ist?", fragte al-Chatib.

Die für Anfang kommenden Jahres geplante Geberkonferenz für Syrien findet nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am 30. Januar in Kuwait statt. Die internationale Gemeinschaft müsse mehr tun, um das "Leiden von Millionen Menschen in Syrien und in den Nachbarländern zu lindern", erklärte Ban laut einer Mitteilung seines Sprechers Martin Nesirky. Ban sei vor allem wegen des Winters "zutiefst besorgt" angesichts der sich so rasch verschlechternden humanitären Lage in Syrien, hieß es.

Der Emir von Kuwait hatte bereits Anfang der Woche angekündigt, dass Ende Januar eine Geberkonferenz für Syrien stattfinden werde, ein genaues Datum nannte er zunächst nicht. Die Vereinten Nationen hatten jüngst erklärt, ihre Organisationen benötigten umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro, um den syrischen Flüchtlingen und weiteren Syrern, die von dem Konflikt betroffen sind, zu helfen.

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