Nach tödlichem Unfall: Autofahrer zu Geldstrafe und einmonatigen Fahrverbot verurteilt

Eine Aussage der Belastungszeugin bei der Verhandlung wurde neu bewertet.

Die Versuche der Wiederbelebung hatten keinen Erfolg: Am späten Nachmittag des 9. März 2016 starb ein 80-jähriger Fußgänger auf dem Bürgersteig vor dem Lidl-Parkplatz am Bonner Wall, nachdem er von einem Fiat-Kleintransporter erfasst worden war. Am Montag musste sich Mario T., der inzwischen 53 Jahre alte Fahrer des Wagens, wegen fahrlässiger Tötung vor dem Kölner Amtsgericht verantworten.

Er erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 4500 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot. Die Staatsanwältin hatte sechs Monate Haft auf Bewährung beantragt.

Angeklagter bedauert tödlichen Unfall „unendlich“

„Er bedauert den tödlichen Unfall unendlich“, hatte Verteidiger Bernd Neunzig gleich zu Beginn für seinen Mandanten erklärt, während die Witwe des Opfers und sein Sohn als Nebenkläger zuhörten. Der 53-Jährige, ein kaufmännischer Angestellter, sei ein versierter Kraftfahrer, habe den Kleinlaster im Schritttempo zur Straße gelenkt und „muss zu einer Seite nicht richtig hingeschaut haben“. Für den „Augenblick der Unaufmerksamkeit“, zu der die Sichtbehinderung durch Gitterstäbe beigetragen habe, trage Mario T. (Name geändert) die volle Verantwortung.

In dem Moment, wo das Fahrzeug auf den Gehweg rollte, kam von rechts der Fußgänger, der zu einem Briefkasten wollte. Er wurde unter dem Wagen eingeklemmt, ohne dass Mario T. dies sofort gesehen haben will. Ein Zeuge behauptete entgegen seiner Aussage bei der Polizei, der Angeklagte sei schneller als Schrittgeschwindigkeit gefahren, „15 bis 25 Kilometer pro Stunde“, doch dies ließ sich nicht nachweisen.

Zeugen hörten Mario T. fluchen

Mario T. sagte, er sei nach der Kollision, deren Ursache er nicht bemerkt habe, ausgestiegen und habe vergeblich versucht, den stark blutenden Mann unter dem Laster hervorzuziehen. Eine Zeugin gab jedoch an, der Fahrer habe sich nicht um den schwer verletzten Rentner gekümmert, sondern nur dagestanden und geflucht, das Opfer habe „mein Leben zerstört“.

Verteidiger Neunzig erklärte, sein Mandant habe unter Schock gestanden und nicht das Opfer beschimpfen, sondern sagen wollen, sein Leben sei nun ruiniert, weil er den Tod eines Menschen verschuldet habe; aus gutem Grund sei damals auch für ihn ein Rettungswagen gerufen worden.

Mario T. ließ sich „schwerwiegende Pflichtverletzung“ im Straßenverkehr zuschulen kommen

Mit dieser Erläuterung wolle er keineswegs Täter und Opfer vertauschen, betonte der Anwalt. Der Richter bestätigte aus Erfahrung, Unfallbeteiligte stünden „oft völlig neben sich“, ihre Äußerungen in dieser Ausnahmesituation solle man „nicht auf die Goldwaage legen“. Daran, dass Mario T. sich eine „schwerwiegende Pflichtverletzung“ im Straßenverkehr habe zuschulden kommen lassen, ließ er keinen Zweifel.

Die Frau des Opfers hatte das Geschehen vom Fenster aus beobachtet und war zur Unfallstelle geeilt: „Ich habe meinen Mann angesprochen, aber er hat nicht reagiert.“ Auch der Sohn war auf die Straße gelaufen. „Da lag mein Vater – eine ganz schlimme Situation. Es war für uns alle ein Schock.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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