Türkei gewährt weiter keinen Zugang zu inhaftiertem Journalisten Yücel

Die Türkei gewährt deutschen Diplomaten auch drei Wochen nach der Zusage von Ministerpräsident Binali Yildirim keinen Zugang zu dem inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. Der Zugang zu Yücel sei "bedauerlicherweise und völlig unverständlicherweise noch immer nicht gelungen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. "Da steht ja wirklich der türkische Ministerpräsident im Wort, das er der Bundeskanzlerin gegeben hat."

Yildirim hatte am 4. März in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugesagt, konsularischen Zugang zu Yücel zu gewähren. Später wandte sich das Auswärtige Amt deswegen mehrfach an die türkische Regierung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte am Mittwoch in seiner Antrittsrede die Türkei auf, Yücel freizulassen.

Es gebe täglich Bemühungen auf den verschiedenen Ebenen, Zugang zu Yücel und anderen deutsch-türkischen Inhaftierten zu erhalten, sagte der Außenamts-Sprecher weiter. Der Fall sei mittlerweile "wirklich auch eine Belastung unserer bilateralen Beziehungen".

Yücel, der über die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft verfügt, hatte bis zu seiner Inhaftierung für die "Welt" aus der Türkei berichtet. Er wird dort seit dem 14. Februar festgehalten, offiziell wird ihm Terrorismusunterstützung vorgeworfen.

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