Türkei tötet 27 YPG-Anhänger in Nordsyrien

Die Türkei hat währen ihrer Offensive in Nordsyrien 27 Anhänger der Kurdenmiliz YPG getötet, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt am Wochenende erneut mit einer Offensive in Nordsyrien gedroht.

Von kurdischer Seite wurden die türkischen Angaben als haltlos bezeichnet. Ankara stuft die YPG als Terrororganisation und Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ein.

Die Türkei begründet ihre Militäroffensive im Nachbarland mit Angriffen von Seiten der YPG. In einer 30 Kilometer nach Syrien hineinreichenden Zone wolle man sich nicht mehr "stören" lassen, hatte Erdogan am Wochenende gesagt.

Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge haben auf syrischer Seite Menschen in der Stadt Asas gegen die Präsenz der YPG in der Stadt Tall Rifat und für einen türkischen Militäreinsatz demonstriert. Tall Rifat ist einer der Orte, die Erdogan als Startpunkt einer möglichen Offensive genannt hatte.

Nach Darstellung der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seit den Gebietsübernahmen durch die YPG 2016 nördlich von Aleppo Zehntausende Menschen vertrieben. Das Washington Institute spricht für die mehrheitlich von arabischen Menschen bewohnte Region von Hunderten vertriebenen Familien durch den damaligen Einmarsch der Kurdenmiliz. Viele hoffen nach Angaben der Aktivisten nun im Zuge eines neuen türkischen Militäreinsatzes darauf, in ihre Heimatstädte zurückkehren zu können.

Türkische Offensive nach russischem Abzug

Der Rückzug einiger russischer Streitkräfte aus Syrien sei nach Einschätzung von Experten einer der entscheidenden Faktoren für die geplante Militäroperation der Türkei in dem Land. Nach Angaben der in London ansässigen Nachrichtenorganisation Middle East Eye bestätigten anonyme Quellen im türkischen Militär, dass der Zeitpunkt der geplanten Offensive im Nordosten Syriens zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass Russland seine Streitkräfte und Söldner aus einigen Stützpunkten im Land abgezogen hat, um sie für Moskaus laufende Offensive in der Ukraine einzusetzen.

Zunahme von Aktivitäten illegaler bewaffneter Gruppen in Idlib

Seitdem die türkische Regierung über den Beginn einer neuen Militäroperation im Norden Syriens informiert hat, würden in der Deeskalationszone Idlib die Aktivitäten illegaler bewaffneter Gruppen zunehmen, teilte der stellvertretende Leiter des russischen Zentrums für die Versöhnung der Kriegsparteien in Syrien, Oleg Zhuravlev, am Sonntag mit. Diese Gruppen würde darauf abzielen, die Situation auszunutzen und zu verschärfen.

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