Türkei verlängert umstrittene Gas-Erkundungsmission im Mittelmeer erneut

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Die "Oruc Reis"
Die "Oruc Reis"

Die Türkei hat den Einsatz ihres Gaserkundungsschiffs "Oruc Reis" in umstrittenen Seegebieten im östlichen Mittelmeer erneut verlängert. Das Forschungsschiff werde die Exploration bis zum 4. November fortsetzen, teilte die türkische Marine am späten Samstagabend in einer Nachricht über das maritime Warnsystem Navtex mit. Die EU und die USA haben die Mission der "Oruc Reis" wiederholt als Provokation verurteilt.

Ankara hat den umstrittenen Einsatz des Forschungsschiffs bereits einmal verlängert. Die "Orus Reis" hätte gemäß der letzten Änderung am kommenden Dienstag die umstrittenen Seegebiete vor der griechischen Küste verlassen müssen. 

Mit der erneuten Ausdehnung des Einsatzes setzte sich die türkische Marine über Warnungen der EU und der Vereinigten Staaten hinweg. Washington hatte der Türkei jüngst eine "kalkulierte Provokation" vorgeworfen und sie zum Rückzug des Schiffs aufgefordert. Griechenland warf Ankara am vergangenen Mittwoch "imperialistische Fantasien" vor. 

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen in der Region gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete. 

Ankara und Athen haben ihre Positionen auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen markiert. Dies hat Sorgen in der EU ausgelöst, dass der Streit in einen militärischen Konflikt zwischen den Nato-Partnern münden könnte.

isd/ju