Türkei verurteilt Kurden-Demonstration in Frankfurt: “Doppelmoral”

Mehrere Zehntausend Kurden haben in Frankfurt gegen die türkische Regierungspolitik demonstriert und dabei auch verbotenerweise Porträts des seit 1999 inhaftierten PKK-Anführers Abdullah Öcalan präsentiert. Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist in Deutschland seit 1993 verboten. Die Polizei forderte mehrfach vergeblich, die Öcalan-Fahnen wieder einzurollen. Daraufhin kündigten die Einsatzkräfte an, Videoaufnahmen zu machen. Erst Anfang März hatte die deutsche Bundesregierung das PKK-Verbot ausgeweitet und auch das öffentliche Zeigen von Öcalan-Porträts untersagt.

“Schlechte Stimmung vor Kurden-Demo in Frankfurt:Dazu trägt auch das deutsche Verbot von Bildern des PKK-Chefs bei” https://t.co/5PesinC1rN— Ismail Küpeli (@ismail_kupeli) 17 March 2017

Unter dem Motto “Nein zur Diktatur – Ja zu Demokratie und Freiheit” kamen nach Polizeiangaben rund 30.000 Menschen zusammen. Die Veranstalter hatten mit 20.000 Demonstranten gerechnet. Die von einem großen Polizeiaufgebot begleitete Demonstration anlässlich des kurdischen Neujahrsfestes Newroz verlief friedlich. In der Vergangenheit war es bei kurdischen Demos in Deutschland zu Zusammenstößen mit nationalistischen türkischen Gruppen gekommen.

Im Vordergrund stand der Protest gegen das vom türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan initiierte Referendum für eine Verfassungsreform, das dem Präsidenten mehr Macht verleihen soll. Eine Demonstrantin sagte:“Zuerst einmal fordern wir Freiheit für Öcalan und für das unterdrückte kurdische Volk. Wir erheben unsere Stimme aber auch gegen Erdogan und sein Referendum am 16. April. Wir sind strikt dagegen.”

Die türkische Regierung verurteilte die Kurden-Demonstration. Das türkische Außenministeriums erklärte, es zeuge von Doppelmoral, wenn auf der Kundgebung verbotenerweise Symbole der

verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gezeigt werden könnten, während zugleich türkische Minister daran gehindert würden, in Deutschland Wahlkampf zu machen.

Diplomatisches Nachspiel? Türkische Regierung verurteilt kurdische Groß-Demonstration in Frankfurt. #newroz https://t.co/GqC81zzPKC— hessenschau.de (@hessenschauDE) 18 March 2017

Erdogan hat der deutschen Bundesregierung öffentlich vorgeworfen, sie unterstütze Terroristen der PKK. Den in der Türkei inhaftierten “Welt”-Korrespondenten Deniz Yücel bezichtigte Erdogan, ein “Vertreter der PKK” zu sein.

In #Frankfurt demonstrierten am Samstag rund 30.000 Kurden für Demokratie und Freiheitsrechte in der #Türkei https://t.co/0ZIISrKm0z pic.twitter.com/ySeqMSCz42— Der Tagesspiegel (@tagesspiegel) 18 March 2017

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