Türkei: War es doch ein "kontrollierter Putsch"?

Die türkische Opposition erhebt schwere Anschuldigungen gegen Erdogan.

Wusste die islamisch-konservative AKP-Regierung in Ankara vom Putschversuch am 15. Juli vergangenen Jahres und ließ die Armeeoffiziere absichtlich gewähren? Hat sie den Staatsstreich womöglich selbst gelenkt?

Das ist ein böser Verdacht, den politische Beobachter immer wieder geäußert haben – und den die Regierung stets scharf zurückwies. In der Endphase des Wahlkampfs um das Verfassungsreferendum über die Einführung eines exekutiven Präsidialsystems hat die größte türkische Oppositionspartei CHP jetzt die Vorwürfe erstmals offiziell aufgegriffen und damit eine erregte Kontroverse ausgelöst.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim reagieren heftig

Der Chef der sozialdemokratischen Partei, Kemal Kilicdaroglu, erklärte vor Fernsehjournalisten in Istanbul, dass der Staatsstreich mit dem Wissen der Regierung geschehen und deshalb ein „kontrollierter Putsch“ gewesen sei. Wie zu erwarten, reagierten Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim heftig und beschuldigten den Oppositionsführer, das türkische Volk zu beleidigen und dessen heroischen Widerstand mit mehr als 240 Toten zu beschmutzen. Das Volk, so ihre Erzählung, habe mit hohem Blutzoll verhindert, dass Verschwörer um den Islamprediger Fethullah Gülen den Präsidenten stürzen konnten.

Der CHP-Chef Kilicdaroglu begründete seinen Vorstoß mit Unstimmigkeiten in offiziellen Darstellungen der Abläufe am Putschtag und mit Verschwörerlisten, die die Regierung unter Verschluss halte. Auf seine Frage an die Regierung, ob es wirklich einen Putschversuch um 21:30 Uhr abends gegeben haben könnte – alle anderen Staatsstreiche fanden in den frühen Morgenstunden statt –, habe man...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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