Türkisches Referendum: 450.000 Deutsch-Türken haben Erdogan den Rücken gestärkt

Das Resultat der Wahlen zeigt ein vielfältiges Bild.

Der Essener Oberbürgermeister war am Dienstag wütend. „Da muss man Kopfschütteln und Unverständnis zeigen“, sagte der CDU-Politiker Thomas Kufen dem WDR mit Blick auf das jüngste Wahlverhalten vieler Deutsch-Türken. Da sei von der „heimischen Couch im sicheren Deutschland über die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie“ entschieden worden, ohne selbst die Konsequenzen tragen zu müssen.

Das Resultat der Wahlen ist vielfältig

Auffällig ist vor allem: Während bei dem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei selbst nur 51,4 Prozent der Wähler mit Ja gestimmt hatten, waren unter den türkischen Wählern in Deutschland rund 63 Prozent dafür, dem autokratischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mehr Macht zu geben.

Die Behauptung, das Wahlergebnis sei quasi der Beweis für die mangelnde Integration aller Deutsch-Türken, hält  einer näheren Betrachtung aber kaum stand.

In Wahrheit ist das Resultat facettenreich: Von den 3,5 Millionen Türkei-stämmigen, die in Deutschland leben, sind nur 1,4 Millionen türkische Staatsbürger und wahlberechtigt. Von diesen 1,4 Millionen haben 700 000 tatsächlich abgestimmt. 450 000 votierten für die Präsidialverfassung. Das bedeutet unterm Strich: 450 000 von 3,5 Millionen Deutsch-Türken stärkten Erdogan den Rücken. Dabei gibt es sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch innerhalb Deutschlands  Unterschiede.

Noch höher als die Zustimmungsrate der wahlberechtigten Deutsch-Türken ist die der in den Niederlanden lebenden türkischen Wähler:  71 Prozent. In Großbritannien lag sie mit 15 Prozent erheblich niedriger. In Deutschland war die Zustimmung zur...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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